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Suga weckt Hoffnung

Japans Premierminister weckt Hoffnung auf doppelte Familiennamen in Japan

In Japan ist ein unterschiedlicher Familienname seit langer Zeit ein Streitthema. Es gibt viele Ehepaare, die sich einen doppelten Familiennamen aus vielzähligen Gründen wünschen, doch bisher lehnte die Regierung dies immer wieder ab.

Eine Aussage des japanischen Premierministers Yoshihide Suga macht nun allerdings Hoffnung, dass sich die Situation bald ändern könnte.

Konservative Politik hielt lange an einem Familiennamen fest

Das japanische Zivilgesetzbuch schreibt vor, dass verheiratete Paare denselben Familiennamen haben müssen und viele konservative Politiker sehen dies genauso.

Mehr zum Thema:  Japanisches Gericht lehnt Klage gegen gleiche Nachnamenpflicht für Ehepaare ab

Der UN-Ausschuss zur Beseitigung der Diskriminierung von Frauen hat eine Überarbeitung des Gesetzes empfohlen, da es Frauen in Japan diskriminiert und Umfragen der letzten Jahre haben gezeigt, dass viele Japaner die Möglichkeit befürworten, ihren Familiennamen auch nach der Heirat beizubehalten.

Auch Suga war bei einer Ausschusssitzung des Parlaments am 6. November zu seiner früheren Forderung, doppelte Familiennamen einzuführen, „sagte er: „Als Politiker trage ich eine Verantwortung für die Dinge, die ich gesagt habe.“

Die spontane Antwort von Suga überraschte insbesondere die Opposition.

„Kein Politiker kann ein solches Skript vorbereiten. Die Antwort übertraf unsere Erwartungen und spiegelte die Gedanken des Premierministers wider“, kommentiere ein Regierungsbeamter die Aussage.

Anzeichen für einen Wandel

Eine Online-Umfrage, die im Oktober von Professor Masayuki Tanamura von der Waseda-Universität und einer Bürgergruppe bei Personen unter 60 Jahren in Japan durchgeführt wurde, ergab, dass 70,6 Prozent von 7.000 Befragten sagten, es mache ihnen nichts aus, wenn verheiratete Paare unterschiedliche Nachnamen hätten, nur  14,4 Prozent sagten, alle Paare sollten denselben Familiennamen haben.

Als die Regierung im August und September die Menschen in Japan um Kommentare zur Nachnamensfrage bat, erhielt sie über 400 Antworten.

Keine der Antworten war gegen die Möglichkeit doppelte Familiennamen zu haben, einige gaben allerdings an, sie hätten es aufgegeben, nach dem derzeitigen System legal zu heiraten und Kinder als Ehepaare nach dem Gewohnheitsrecht zu haben.

Während die regierende LDP dafür bekannt ist, dass sie viele konservative Mitglieder hat, die sich hartnäckig gegen getrennte Familiennamen aussprechen, gibt es Anzeichen für einen Wandel.

Ende Oktober setzte die LDP einen Sonderausschuss zur Förderung der Stärkung der Rolle der Frau ein, in dem sich eine Arbeitsgruppe mit der Debatte über die Nachnamensfrage befasst.

„Die Tatsache, dass die Debatte über das, was lange als Tabu angesehen wurde, begonnen hat, ist das Ergebnis davon, dass die Menschen ihre Stimme erhoben haben“, sagte Naho Ida, eine Mitarbeiterin der Bürgerrechtsgruppe, die die Umfrage mit Tanamura, einem Professor für Familienrecht, durchgeführt hat. „Wir wollen, dass der Premierminister dieses Problem, das die Menschen beunruhigt, rasch löst.“

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