Stats

Anzeige
Home News Japans Pressefreiheit ist im internationalen Vergleich erneut gesunken

Lage in Japan verschlechtert sich

Japans Pressefreiheit ist im internationalen Vergleich erneut gesunken

In Japan als Reporter zu arbeiten ist oft nicht ganz einfach. Besonders Politiker reagieren auf bestimmte Berichte sehr empfindlich und drohen auch mit Klagen. Der jährliche Bericht zur internationalen Pressefreiheit zeigt nun, dass sich die Lage verschlechtert hat.

Am Dienstag veröffentlichten die Reporter ohne Grenzen den jährlichen Index zur weltweiten Pressefreiheit. Insgesamt wurden 180 Länder und Regionen genauer untersucht und bewertet. Japan schaffte es diesmal dabei nur auf Platz 67 und stieg damit um einen Platz ab.

Lage der Pressefreiheit wird stark kritisiert

Der Bericht sagt zu Japan, dass Journalisten Schwierigkeiten haben, ihre Rolle als Aufsichtspersonen der Demokratie umzusetzen, da Traditionen sowie Geschäftsinteressen weiterhin Vorrang haben und damit großen Einfluss nehmen. Ebenfalls wird auf die Problematik mit der Regierung eingegangen.

LESEN SIE AUCH:  Journalist verklagt das japanische Außenministerium wegen Bedrohung der Pressefreiheit

Journalisten, die sich kritisch mit der Regierung auseinandersetzen, müssen in sozialen Netzwerken mit Angriffen rechnen. Schwere Vorwürfe werden dem Premierminister Yoshihide Suga gemacht, der bisher nichts getan hat, um das Klima für die Pressefreiheit zu verbessern und Reporter besser zu schützen.

Dass es besonders in Bezug auf das Thema Politik schwierig für die Presse ist, zeigte sich durch zahlreiche Klagen wegen angeblicher diffamierender Tweets. Selbst Retweets brachten Journalisten bereits Schadensersatzzahlungen ein.

Japan schneidet von allen G7-Ländern am schlechtesten ab

Kürzlich wurde ein Magazin vom olympischen Organisationskomitee in Tokyo bedroht, weil sie Dokumente der ursprünglichen olympischen Eröffnungsfeier veröffentlichten. Das Magazin wollte dabei offenlegen, wie hoch die Kosten für die Veranstaltung waren, da viele dem Komitee die Verschwendung von Steuergeldern vorwarfen.

Mit seiner derzeitigen Platzierung hat Japan unter allen G7-Ländern am schlechtesten abgeschnitten. Deutschland ist auf Platz 13, Kanada auf der 14, Großbritannien auf der 33, Frankreich auf der 34, Italien auf der 41 und die USA auf Platz 44. Auch Südkorea und Taiwan liegen mit 42 und 43 deutlich besser als Japan.

Auf den ersten Platz schaffte es Norwegen, womit sie zum fünften Mal in Folge an der Spitze stehen. Dahinter folgten Finnland, Schweden und Dänemark. China lag hingegen unverändert auf Platz 177 und Myanmar rutsche auf Platz 140, mit der Anmerkung, dass durch den Militärputsch Journalisten zehn Jahre zurückgeworfen wurden.

Anzeige
Anzeige

Weitere Themen

Kommentare

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments