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Team soll flexibler werden

Japans Raumfahrbehörde will bei Astronauten auf den naturwissenschaftlichen Abschluss verzichten

Astronaut zu werden ist nicht einfach. In jedem Land gibt es andere Hürden zu überwinden, um den Beruf ausüben zu können. Die japanische Raumfahrbehörde (JAXA) möchte es allerdings Bewerbern vielleicht einfacher machen und auf einen naturwissenschaftlichen Abschluss als Voraussetzung verzichten.

JAXA gab bekannt, dass sie überlegen, die Voraussetzung eines Hochschulabschlusses in Naturwissenschaften bei der Bewerbung als Astronaut zu streichen. Sie wollen so besser die richtigen Personen für vielfältigere Missionen finden. Bei den bisher fünf Rekrutierungen von Astronauten war der naturwissenschaftliche Abschluss in Wissenschaft, Ingenieurswesen oder Medizin immer Pflicht.

Andere Fachbereiche sind auch nützlich

Kazuyoshi Kawasaki, Leiter der Management- und Integrationsabteilung von JAXAs Human Spaceflight Technology Directorate, erklärte den Grund genauer. Viele Hochschulabsolventen mit nicht-naturwissenschaftlichen Abschlüssen arbeiten trotzdem in nützlichen Bereichen.

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Unter anderem sind sie als Piloten, Systemingenieure und Computerprogrammierer tätig, alles Berufe, die in der Raumfahrt wichtig sind. Aus dem Grund sollen die lockeren Anforderungen Menschen mit verschiedenen beruflichen Hintergründen eine Möglichkeit auf den Beruf als Astronaut geben.

Dass bisher nur Personen mit naturwissenschaftlichen Kenntnissen genommen wurden, hat etwas mit den Missionen zu tun. Für Experimente auf der Raumstation ISS, auf der sich zurzeit ein Japaner befindet, und in Space Shuttles werden bestimmtes Wissen und spezielle Fähigkeiten benötigt. Laut JAXA könnten bestimmte Dinge aber auch noch während der Ausbildung gelernt werden.

Im Herbst werden neue Astronauten gesucht

Für zukünftige Missionen auf dem Mond werden ganz andere Fähigkeiten benötigt. Deswegen wird eine Crew mit unterschiedlichen Spezialgebieten in den nächsten Jahren deutlich wichtiger.

Es könnte aber noch weitere Anpassungen geben. Bisher wurden drei Jahre Arbeitserfahrung in der Forschung und Entwicklung für die Bewerbung vorausgesetzt. JAXA überlegt nun, ob sie auch Menschen annehmen, die mehr Erfahrung in nicht wissenschaftlichen Bereichen haben. Auch die Verpflichtung, zehn Jahre für JAXA zu arbeiten, könnte gestrichen werden.

JAXA plant die Öffentlichkeit zu den Änderungen zu befragen. Erst danach wollen sie eine Entscheidung treffen. Die Änderung könnte dabei gerade zum richtigen Zeitpunkt kommen. Im Herbst will JAXA nämlich zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder neue Astronauten rekrutieren. Es werden dabei flexible Personen gesucht, die verschiedene Missionen durchführen können.

Wissenschaftliche Kenntnisse sind wichtig

Es gibt aber auch kritische Stimmen zu den Änderungen. Koichi Wakata, der erste japanische Kommandeur der ISS, gab an, dass Astronauten aus anderen Ländern alle einen Abschluss in Naturwissenschaften haben. Für ihn sei es natürlich, dass sie wissenschaftliche Kenntnisse haben, wenn sie im Weltraum arbeiten.

Wakata betont dabei, dass die Astronauten mit Menschen aus mehreren Nationen zusammenarbeiten müssen. Es sei deswegen sehr wichtig, dass die Neuzugänge flexibl und anpassungsfähig sind, damit alle gemeinsam an den Missionen arbeiten und neue Projekte anfangen können.

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