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Tohokushinsha Film Corp. landet im nächsten Skandal

Japans Regierung entzieht nach falschen Angaben dem Sender Cinema 4K die Sendelizenz

Das Satellitenrundfunkunternehmen Tohokushinsha Film Corp. steht zurzeit im Mittelpunkt des Ethik-Skandals des japanischen Kommunikationsministers. Nun haben sie sich einen weiteren Fehltritt erlaubt, den die Regierung mit einem Entzug der Sendeerlaubnis bestraft.

Am Freitag teilte der Telekommunikationsminister Ryota Takeda mit, dass sie der Tochtergesellschaft Tohokushinsha Media Service von Tohokushinsha die Lizenz zum Ausstrahlen eines Kanals entziehen werden, da sie gegen das Rundfunkgesetz verstoßen haben.

Sendelizenz wird wegen falscher Angaben verweigert

Genauer wird ihnen vorgeworfen falsche Informationen über das Verhältnis der ausländischen Eigentümer angegeben zu haben. Nach dem geltenden Gesetz dürfen Rundfunkunternehmen mit mehr als 20 Prozent an ausländischen Aktionären nicht in Japan tätig sein.

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Tohokushinsha hatte bei seiner letzte Akkreditierung für ihren Sender Cinema 4K im Oktober 2016 angegeben, dass ihr ausländischer Anteil bei weniger als 20 Prozent liege. Sie erhielten dafür Januar 2017 die Lizenz und später wurde der Sender an die Tochtergesellschaft Tohokushinsha Media Service übergeben.

Laut Takeda waren die gemachten Angaben des Unternehmens im Nachhinein jedoch falsch, nachdem Mitarbeiter befragt wurden. Auslöser für die Untersuchung war der derzeitige Ethik-Skandal. Der tatsächliche ausländische Anteil lag am Ende bei 20,75 Prozent.

Zur Erklärung gab das Unternehmen an, dass sie dachten, dass die Quote über zehn Prozent liegt, aber nicht über 20 Prozent. Sie gaben damit indirekt zu, dass sie gar nicht nachgerechnet haben, wie hoch die Anteile an dem Sender sind.

Ethik-Skandals setzt dem Unternehmen zusätzlich zu

Für den Sender Cinema 4K dürfte das nun das Ende bedeuten, da sie nicht mehr regelmäßig senden dürfen. Er bietet vor allem ausländische Filme an und wurde von mindestens 700 Personen zuletzt abonniert. Aus dem Grund fordert das Ministerium den Betreiber auf, alle Kunden über die derzeitige Situation aufzuklären.

Andere Kanäle und Rundfunkdienste sind von der Maßnahme des Ministeriums nicht betroffen. Allgemein kommt es nur sehr selten vor, dass die Regierung Rundfunkunternehmen so plötzlich die Lizenz wieder entzieht.

Dem Ruf des Unternehmens hat es jedenfalls nicht gutgetan, der sowieso zurzeit unter dem Ethik-Skandal leidet. Über Jahre hinweg hatten Mitarbeiter und der älteste Sohn des Premierministers, der für die Firma arbeitete, Beamte des Kommunikationsministeriums zu teuren Abendessen eingeladen. Das ist nach dem Ethikkodex verboten. Als Reaktion mussten bereits zwei Personen ihr politisches Amt räumen und auch Sugas Sohn wurde entlassen.

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