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Hiroshima war gegen eine Berufung

Japans Regierung legt Berufung gegen Anerkennung von Atombombenopfern ein

Letzten Monat wurden erstmals Personen als Atombombenopfer anerkannt, die außerhalb der offiziellen Gefahrenzone von Hiroshima mit dem sogenannten „schwarzen Regen“ in Kontakt kamen. Das passt der Zentralregierung nun gar nicht und sie bestätigten am Mittwoch, dass sie Berufung gegen das Urteil einreichen.

Gesundheitsminister Katsunobu Kato fechtet das Urteil des Bezirksgerichts zu dieser Entscheidung offiziell an. Er begründet die Berufung damit, dass es nicht ausreichende wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, die eine Verstrahlung der Personen durch den Regen bestätigen können.

Unterstützung trotz Berufung

Auch Premierminister Shinzo Abe stellt sich gegen das Urteil und unterstützt die Berufung vor einem höheren Gericht, um das Urteil des Bezirksgerichts zurückzuziehen. Gleichzeitig will er jedoch weitere Maßnahmen ergreifen, um Atombombenopfer mehr zu unterstützen.

Kato gab gleichermaßen an, dass sie das Gesundheitsprogramm für die Opfer ausweiten wollen, damit es mehr Bereiche abdeckt. Bei der Pressekonferenz am Mittwoch erklärte er dazu, dass sie die aktuelle Gefahrenzone schnell neu untersuchen wollen und über eine Erweiterung nachdenken.

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Die Regierungen der Präfektur Hiroshima und der gleichnamigen Stadt, die für die Anerkennung von Atombombenopfern zuständig sind, baten die Zentralregierung keine Berufung einzulegen. Stattdessen sollten sie einfach die Gefahrenzone erweitern, um den Menschen die nötige Hilfe zukommen zu lassen. Am Ende akzeptierten sie dann aber doch die Entscheidung der Zentralregierung.

Opfer weisen deutlich Folgen der Verstrahlung auf

Der Bürgermeister von Hiroshima, Kazumi Matsui, gab an, dass die Berufung für ihn eine schmerzhafte Entscheidung ist. Er will weiterhin die Regierung drängen die Gesundheitsleistungen allen Opfern zugänglich zu machen, auch den neu anerkannten. Matsui nimmt dabei die Überprüfung der Gefahrenzone sehr ernst und hofft auf eine Erweiterung.

84 Kläger, darunter Familien von bereits verstorbenen Opfern, haben in Hiroshima für eine Anerkennung als Opfer geklagt, um am Gesundheitsprogramm teilhaben zu können. Als der „schwarze Regen“ fiel, waren sie nicht in dem staatlich vorgeschriebenen Gebiet, das als Gefahrenzone gilt. Trotzdem wiesen alle Symptome einer Verstrahlung auf und litten später unter Krankheiten, die durch radioaktive Verstrahlung ausgelöst werden.

Erneuter Prozess soll abgewendet werden

Dass sie Ende Juli nun endlich nach mehreren Prozessen Recht bekamen, löste große Erleichterung aus. Es war das erste Mal, dass Personen außerhalb der Zone als Opfer anerkannt wurden. Dass es nun einen Widerspruch gibt, schockiert viele. Die Kläger kritisierten die Forderung nach deutlichen wissenschaftlichen Beweisen, da sie offensichtlich erkrankt sind und Schäden erlitten. Sie pochen deswegen weiter auf das Urteil und die kostenlose medizinische Versorgung, die ihnen als Atombombenopfer zusteht.

Die Leiterin der Gruppe, die 82 Jahre alte Masaaki Takano, will nicht aufgeben. Sie werden die Herausforderung bis zum Ende annehmen und weiter für ihre Rechte kämpfen. Takano fordert Hiroshima auf, die Zentralregierung zur Rückziehung der Berufung zu drängen. Ein erneuter Prozess bedeutet nämlich, dass noch mehr Zeit vergeht und vermutlich weitere Opfer nicht mehr das Urteil mitbekommen werden.

MS

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