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Japans Regierung reglementiert nicht vollständig Verfahren zur Genom-Editierung

Die zielgerichtete Veränderung des Erbgutes (DNA) bei Menschen, Tieren oder Pflanzen bezeichnet man als Genom-Editierung. Beispielsweise Gentherapien bei Krankheiten oder die Agrogentechnik im Bereich der Pflanzenzüchtung zur Verbesserung von Agrar-Nutzpflanzen sind der Fokus der Editierungen.

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Das Verfahren ist relativ neu. Darunter versteht man das gezielte Zerstören eines Gens, das Einfügen eines Gens in den DNA-Strang bzw. das Hervorrufen von Mutationen. Wie andere genverändernde Verfahren unterliegt auch die Genom-Editierung einer ethischen Diskussion. Nun entschied ein japanisches Regierungsgremium, nicht alle Editierungsverfahren zu reglementieren.

Unter die „Verordnung über die genetische Rekombination“ fallen zum Beispiel alle Organismen, die neue Gene an vorbestimmten Stellen eingesetzt bekommen. Aus dieser Regelung heraus fallen allerdings solche Fälle, bei denen Mutationen hervorgerufen werden ohne das Einsetzen von Fremd-Genen. Ebenso gilt die Verordnung nicht für Verfahren, bei denen durch das Einsetzen eines fremden Gens im Organismus nichts übrig bleibt und nur eine vorübergehende Wirkung erzielt wurde.

Allerdings gibt das Gremium in den Ausnahmefällen keine komplett freie Hand. Die Einschränkung betrifft im Freien gezüchtete oder gehaltene Organismen mit derartigen Genom-Editierungen. Dann müssen die Forscher Daten an die Regierung übermitteln, inwieweit DNA-Veränderungen vorgenommen wurden.

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Die USA beispielsweise erließen keinerlei Beschränkungen von Editierungsverfahren. In der EU allerdings gibt es Forderungen, Genom-Editierungen bestimmten Beschränkungen zu unterwerfen. Die Japan Bioindustry Association merkte zufrieden an, dass das Gremium die geringen Risiken der Genombearbeitungen erkannt hat und angemessene Beschränkungen erließ. Strengere Vorschriften seien nicht vonnöten.

Quantität und Qualität gezielter Mutationen unterscheiden sich stark von den unvorhergesehenen Mutationen der Natur. Michiyo Koketsu, Generalsekretär der Consumers Union of Japan, merkt kritisch an, dass neben den gezielten Mutationen bei den Verfahren ungeplante Veränderungen auftreten können. Das Regierungsgremium unterschätze seiner Meinung nach die Risiken der Genom-Editierungen. Die ethische Komponente, besonders unter Berücksichtigung der Verbraucher, muss weiter diskutiert werden.

Quelle: NHK

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