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Veröffentlichte Dokumente verschleiern Tatsachen

Japans Regierung versucht weiterhin Selbstmord von Ministerialbeamten zu verschleiern

In dem Moritomo Skandal sorgte der Selbstmord eines Ministerialbeamten für eine traurige Wendung. Der Todesfall ist dabei immer noch nicht komplett aufgeklärt, was unter anderem an der Regierung selbst liegt. Die will nämlich einige Informationen nicht ausgeben oder sie verschleiern.

Die Ehefrau des Beamten hatte im März Klage gegen die Zentralregierung und einen ehemaligen führenden Ministerialbeamten aufgrund des Todesfalls ihres Mannes eingereicht, der wohl im Auftrag des Finanzministeriums Dokumente gefälscht hatte. Vor dem Bezirksgericht Osaka forderte sie eine Entschädigung von umgerechnet 889.000 Euro. Viel mehr wollte sie aber die Wahrheit wissen, die ihren Mann in den Tod getrieben hat.

Fälschung der Dokumente wird nicht erwähnt

Laut ihrem Anwalt wird jedoch versucht das zu verhindern. Er beschuldigt die Regierung dabei direkt, irreführende Informationen zu dem Fall geliefert zu haben. So würden die Angaben eines am Montag veröffentlichten Regierungsdokumentes nicht mit den eigentlichen Ereignissen und den Angaben des Abschiedsbriefes übereinstimmen.

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Unter anderem erwähnt die Regierung nicht, dass der Vorgesetzte des Verstorbenen, Toshio Akagi, direkt die Anordnung gab die Dokumente zu den Verhandlungen des Landkaufes zu fälschen. Es wurde komplett weggelassen, dass er überhaupt an den Fälschungen der Dokumente in dem Skandal beteiligt war, sowie dass es einen Auftrag dazu gab, was überhaupt nicht mit den derzeitigen Fakten zusammenpasst.

Stattdessen wurde auf die Arbeitssituation des Mannes eingegangen, seinen psychischen Zustand und sein allgemeiner Gesundheitszustand, die zu seinem Tode geführt haben sollen. Es wird dabei vor allem auf die extremen Überstunden eingegangen. Die gefälschten Dokumente werden nicht erwähnt. Die Aufgaben des Mannes selbst werden als Koordinierung der Kommunikation mit Vorgesetzten und Behandlung der Angelegenheiten gemäß den Anweisungen beschrieben.

Witwe fordert weitere Dokumente

In dem Abschiedsbrief schrieb der Beamte, dass er an den Fälschungen beteiligt war und er sich mitverantwortlich fühlt. Dazu gab er an, dass am Ende eh nur die Personen am anderen Ende geopfert werden.

Das 568 Seiten lange Dokument befasst sich nur mit der Entscheidung der Regierung, Februar 2019 den Tod des Mannes als Arbeitsunfall anzusehen. Es sollte deswegen eigentlich Klarheit verschaffen und wurden deswegen extra durch die Gerichtsverhandlungen zugänglich gemacht.

Schon im April hatte deswegen die Witwe sich an das Kinki Büro gewandt und sie aufgefordert andere Dokumente offenzulegen. Das Büro stimmte zu, verschob die Offenlegung aber auf nächsten Mai, da sie andere Dokumente bearbeiten müssen und sie mit der Pandemie kämpfen. Aus Protest wandte sich die Witwe als Reaktion im Juli ans Bezirksgericht.

Fälschungen treiben Beamten in den Selbstmord

Nach bisherigen Ermittlungen wurde der Mann, der im Kinki Büro des Finanzministeriums arbeitete, dazu gezwungen sich an den Fälschungen zu beteiligen. 2016 verkaufte das Büro ein Stück staatliches Land an den privaten Schulbetreiber Moritomo Gakuen, die darauf eine Schule bauen wollten.

Es stellte sich jedoch später heraus, dass der Kaufpreis weit unter dem eigentlich geschätzten Preis des Grundstücks lag. Das führte dazu, dass der Beamte dauerhaft lange arbeiten musste, um bis in die Nacht die Offenlegungsanfragen für relevante Aufzeichnungen von Parlamentsmitgliedern und der Öffentlichkeit zu bearbeiten.

Februar 2017 wurde der Beamte dann mehrmals gezwungen offizielle Dokumente zu dem Grundstücksgeschäft zu fälschen, was Einfluss auf den weiteren Skandal hatte. Später ließ er sich krankschreiben und im Juli wurden bei ihm Depressionen festgestellt. Anfang März 2018 wurden die Fälschungen bekannt und nur wenige Tage später beging der Mann Selbstmord.

Anmerkung der Redaktion: Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten, einen Ausweg aus einer problematischen Situation zu finden.

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