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Regierung will Identifizierung von Tätern vereinfachen

Japans Regierung will nach Hana Kimuras Tod Maßnahmen gegen Cybermobbing verbessern

Der Selbstmord der Wrestlerin und Netflix-Star Hana Kimura sorgte weltweit für eine Welle der Trauer. Gleichzeitig wurden in Japan die Stimmen lauter für Maßnahmen gegen Cybermobbing, das die junge Frau vermutlich in den Tod getrieben hat. Japans Regierung reagiert und will tatsächlich etwas ändern.

Die Kommunikationsministerin Sanae Takaichi gab am Dienstag bekannt, dass sie gegen Cybermobbing schärfer vorgehen wollen. In einer Presskonferenz sprach sich Takaichi für Verfahren zur Offenlegung von Informationen der Täter aus. Das System sei dringend notwendig, um das Mobbing einzudämmen und Opfer zu retten.

Aktuelles Gesetz reicht nicht aus

Laut Takaichi will die Regierung das nötige Gesetz schnell überarbeiten, um eine rasche Aufklärung zu ermöglichen, in dem das Verfahren vereinfacht wird. Bis Ende des Jahres soll es bereits einen Gesetzesentwurf geben, damit die Änderung so bald wie möglich gilt.

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Bis jetzt lässt das derzeitige Gesetz zu Cybermobbing nicht viel Spielraum. Es ist zwar Internetdiensten erlaubt Beiträge zu löschen, wenn sie die Menschenrechte verletzen. Direkte anonyme Nachrichten lassen sich allerdings nicht verhindern. Opfer haben dazu die Möglichkeit eine Offenlegung der Informationen von Tätern zu fordern.

Experten sind skeptisch

Allerdings bringt das oft wenig. In vielen Fälle lässt sich die Identität des Nutzers nicht feststellen, da Anbieter keine eindeutige Verletzung der Menschenrechte erkennen, weswegen eine weitere Strafverfolgung unmöglich ist. Es wird deswegen schon lange überlegt die Gesetzeslage zu ändern.

Seit April untersucht eine Forschungsgruppe des Ministeriums für innere Angelegenheiten und Kommunikation eine Überarbeitung des aktuellen Systems. Obwohl viele für eine Verschärfung der Gesetzeslage sind, sehen einige Experten die Anpassung auch kritisch. Sie befürchten, dass eine einfachere Offenlegung die Meinungsfreiheit der Menschen gefährdet.

Hassbotschaft trieben Sportlerin wohl in den Tod

Kimura hatte kurz vor ihren Tod angegeben, dass sie täglich bis zu 100 Hassbotschaft bekommt. In den Nachrichten wurde sie unter anderem aufgefordert zu sterben, da sie widerlich und nichts wert sei. Auslöser für die Nachrichten war eine Folge der Reality-Show Terrace House: Tokyo 2019-2020, wo sie mit einem Mitbewohner schimpfte, der beim Wäschewaschen ein Kleidungsstück von ihr ruiniert hatte.

Am 23. April wurde Kimura tot aufgefunden. Ein Abschiedspost auf Instagram kurz vor ihrem Tod und ein Abschiedsbrief lassen darauf schließen, dass sie sich das Leben genommen hat. Die Sportlerin verstarb im Alter von nur 22 Jahren.

Kyodo

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