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HomeNachrichten aus JapanJapans Regierungspartei will Mitglieder von Zweigfamilien wieder in die Kaiserfamilie lassen

Regierung will über den Vorschlag als Möglichkeit zum Erhalt der Familie nachdenken

Japans Regierungspartei will Mitglieder von Zweigfamilien wieder in die Kaiserfamilie lassen

Vor Kurzem feierte Japans neuer Kaiser, Naruhito, seine offizielle Inthronisierung. Das freudige Ereignis wurde allerdings von der Sorge überschattet, dass die Kaiserfamilie bald ausstirbt. Grund dafür ist der Mangel an männlichen Nachfolgern und die Reglung, dass Frauen kein Anrecht auf den Thron haben. Während einige fordern, ebenfalls Frauen zu erlauben, schlug eine konservative Gruppe der Regierungspartei vor, Mitglieder der ehemaligen Zweige der Familie wieder aufzunehmen.

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Am Dienstag unterbreitete die Gruppe Premierminister Shinzo Abe den Vorschlag, Männer aus den abgeschafften Zweigfamilien wieder zur Kaiserfamilie zu zählen. So soll es mehr Stabilität in der Zukunft geben. Aktuell haben nur drei Männer aus der direkten Erblinie ein Recht auf den Thron.

Mit der Änderung soll es jedoch ebenfalls unverheirateten Männern aus früheren Zweigen möglich sein, zur Hauptfamilie zu gehören. Die Bedingung dafür ist nur, dass sie adoptiert werden oder einheiraten. Frauen will die Gruppe hingegen nicht auf dem Thron sehen, selbst wenn sie kürzlich Teil der Hauptfamilie waren.

Bevölkerung ist für einen weiblichen Kaiser

Um die Änderung durchzusetzen, will die Gruppe hinter der Forderung ein Sondergesetz erlassen. Mit dem sollen dann die elf ursprünglichen Nebenzweige wieder zur kaiserlichen Familie gehören. Abe sagte zu dem Vorschlag, dass sie die Angelegenheit sorgfältig prüfen und dabei weiterhin die patrilineare Nachfolge berücksichtigen, die es schon immer gab. Für ihn sei es jedenfalls eine Option, um den Erhalt der Kaiserfamilie zu sichern. Wann sie das Thema besprechen werden, stehe jedoch noch nicht fest.

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In der Öffentlichkeit kommt der Vorschlag weniger gut an. Die Mehrheit wäre eher dafür, eine Frau auf dem Thron zu erlauben. Für Abe sei es jedoch zu viel Arbeit, das Bewusstsein der Menschen für den Unterschied zwischen einem weiblichen Kaiser und einer Kaiserin aus der weiblichen Linie zu vermitteln. Trotzdem gab es bis jetzt unter den 129 Kaisern in der Geschichte Japans acht Frauen an der Macht, die aus den männlichen Linien der Familien stammen.

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Tatsächlich ist es nicht verboten, dass eine Frau den Thron besteigt. Einzig das kaiserliche Haushaltsgesetz von 1947 schreibt vor, dass nur Männer des Patrilineare Kaiser werden dürfen. Das trifft aktuell nur auf den Kronprinzen Fumihito, Prinz Hitachi und den gerade 13 Jahre alten Prinz Hisahito zu, der der Sohn von Fumihito ist.

Allerdings besitzt Kaiser Naruhito selbst eine Tochter, Prinzessin Aiko. Zusätzlich verlieren alle Frauen der Kaiserfamilie ihren Status, wenn sie einen Bürgerlichen heiraten, bei Männern ist das nicht der Fall. Trotzdem schrumpft deswegen die Familie immer weiter zusammen.

MS

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