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Japans Schüler kennen keine Gnade mit sexuellen Minderheiten

Gemäß Angaben der Japan Times werden knapp 60% aller sexuellen Minderheiten in der Schule gemobbt und ausgegrenzt. Selbst Lehrer und Angestellte an Schulen können dieser Diskriminierung nicht viel entgegensetzen. Das ergaben Ergebnisse einer Online-Studie.

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Für die Online-Studie, die von Yasuhara Hidaka, Professor an der Takarazuka University School of Nursing in Osaka (Takarazuka Krankenpflegeschule) in Auftrag gegeben wurde, wurden insgesamt 15,064 Personen befragt. Insgesamt 58,2% der Befragten gaben an, dass sie in der Mittel- und Oberschule schon mal aufgrund ihrer sexuellen Orientierung schikaniert worden sind. Dabei wurden die meisten Opfer von Beschimpfungen oder schwulenfeindlichen Verunglimpfungen. Von den knapp 60% haben nur 13,6% angegeben, dass ihre Lehrer dabei helfen konnten, die Diskriminierung einzudämmen.

Homosexualität ist „abnormal“

Die Studie aus dem Jahr 2016, die laut Hidaka die größte Umfrage unter sexuellen Minderheiten in Japan darstellt, fand auch heraus, dass nahezu 70% aller Befragten nichts über Homosexualität in der Schule gelernt haben. Mehr als 20% gaben sogar an, dass ihnen in der Schule beigebracht wurde, dass Homosexualität etwas «abnormales» sei.

Die Ergebnisse kommen zu einer Zeit, in der immer mehr Städte und Gemeinden die gleichgeschlechtliche Partnerschaft anerkennen. Auch die Regierung hatte 2016 verkündet, dass man die gesellschaftliche Akzeptanz für sexuelle Minderheiten fördern möchte. Im Zuge dessen wurde ein Verbot für Staatsbeamte erlassen, diskriminierende Bemerkungen über die sexuelle Orientierung am Arbeitsplatz zu äußern.

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Das Bildungsministerium hatte 2015 alle Landesschulräte angewiesen, die Rechte sexueller Minderheiten besser zu schützen. Dafür wurde eigens eine Broschüre entworfen, die an die Lehrer ausgehändigt wurde. Trotz dieser Anstrengungen seitens der Regierung, habe sich das Verständnis für die Probleme der LGBT-Gemeinschaft unter der Lehrerschaft nicht verbessert, kritisiert Hidaka.

Fehlendes Verständnis und mangelnde Aufklärung

In der Japan Times ließ er verlauten, dass viele Menschen an Japans Schulen „kaum Kenntnisse über sexuelle Minderheiten“ hätten. „Manche Schüler könnten sich niemals vorstellen, dass ein Student der LBGT-Gemeinschaft in ihrer Klasse sein könnte“. Daher sei es wichtig, Lehrkräfte gezielt zu schulen, da sie ohne nötiges Wissen keine adäquate Aufklärung im Unterricht leisten könnten.

Gemäß Angaben des Japan LGBT Forschungsinstituts gehören ca. 8% der Bevölkerung einer sexuellen Minderheit an. Das ist eine von 13 Personen. Trotz der jüngsten Anstrengungen, die Rechte der LGBT-Gemeinde besser zu schützen, zeigen die Ergebnisse der Studie, dass man in Japan noch weit von einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz sexueller Minderheiten entfernt ist.

Quelle: Japan Times

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