Japans Selbstverteidigungskräfte bekommen mehr weibliche Führungsrollen

Es ist eigentlich kein sehr neues Phänomen mehr, dass Frauen auch in der Armee ihren Platz finden. So auch bei Japans Self-Defense Forces (SDF), wo sich vermehrt weibliche Soldaten in Führungsrollen wiederfinden.

Erst im August machte die nur 159 cm kleine Misa Matsushima, 26, Schlagzeilen, als sie die erste Kampfpilotin in Japans Armee wurde. Matsushima, 1st Lt. der Air Self-Defense Force Japan (ASDF), beendete im August dieses Jahres ihre Ausbildung zum F-15-Kampfflieger. Sie sagte der Öffentlichkeit, dass sie diesen Beruf ausüben wollte, seit sie als Kind den Film “Top Gun” mit Tom Cruise gesehen hatte.

Ihr Traum ist nun wahr geworden und sie hofft, dass auch andere Frauen dadurch inspiriert werden, den Beruf des Kampfpiloten zu ergreifen. Bereits im November 2015 hob die ASDF ihre Beschränkungen bezüglich geschlechtsspezifischer Ausbildung zur Bedienung von Kampfflugzeugen und Aufklärungsflugzeugen auf. Bis dato galten die g-Kräfte bei fliegenden Kampfjets, die es den Piloten manchmal schwer machen, überhaupt zu atmen, als zu anstrengend für Frauen.

Misa Matsushima, Japans erste weibliche Kampfpilotin 2
Bild: Kyodo News

Neben den Kampffliegern treten Frauen bei den SDF auch in andere Führungspositionen ein. Zum Beispiel finden sie sich im Führungsstab des Ministeriums, das für die gesamte Operation des SDF zuständig ist. Auch bei den Ground Self-Defense Force (GSDF) findet sich im Logistikbereich ein weiblicher Regimentskommandant, die rund 700 Untergebene leitet. Darüber hinaus bilden Frauen Angriffshubschrauberpiloten oder können sich zukünftig zum Panzerführer ausbilden lassen.

Schwierigkeiten bei der Schaffung weiblicher Führungsrollen

Dennoch gibt es Beschränkungen, in denen es um den Schutz des weiblichen Körpers hinsichtlich potenzieller Schwangerschaften geht. Hier greift das nationale Arbeitsgesetz. Gerade der Umgang mit schädlichen Substanzen zählt dazu. Und so können Frauen noch nicht in Bereiche, in denen Gefahrenstoffe oder Staubpartikel zur täglichen Arbeit gehören. Die Förderung von Frauen in wichtigen Rollen der nationalen Verteidigungskräfte spiegelt einerseits die “weibliche Empowerment-Politik” der Regierung wider. Andererseits soll so auch ein Personalmangel behoben werden.

Japans erste weibliche Kampfpilotin
Bild: Kyodo News

Ryoko Azuma, Kommandantin der 1. Escort Division der Maritimen Self-Defense Force und 1. weiblicher Kommandant des MSDF destroyer squadron
Bild: Japan Times

Dem gegenüber stehen immer noch Hindernisse wie z.B. fehlende Unterkünfte für Soldatinnen. Auch die National Defense Academy, die Bildungsinstitution für zukünftige Offiziersanwärter in Yokosuka, südlich von Tokyo, hat begrenzte Kapazitäten für Frauen. 2018 betrug die Quote bei der dortigen Aufnahmeprüfung 60 von insgesamt 480 Stellen, die an Frauen gingen. Um Einrichtungen frauenfreundlicher zu gestalten und damit die Anzahl weiblicher Soldatinnen zukünftig erhöhen zu können, müssen größere Geldsummen zu Renovierungszwecken investiert werden. So verfügen beispielsweise einige Garnisonen bereits über Kindertagesstätten, um Müttern das Arbeiten in den SDF zu ermöglichen. Auf dieser Grundlage konnten bereits 4 Mütter wieder eingestellt werden. Die SDF streben an, eine Organisation mit Vielfalt zu sein.

Quelle: Kyodo News

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