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Regierung handelt halbherzig

Japans seltsamer Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie

Japan kämpft gegen Coronavirus-Pandemie, was lange gedauert hat, schien es doch so, als wolle das Land die Olympischen Spiele unbedingt retten. Nun gibt es Wirtschaftspakete, der Ausnahmezustand wurde über einige Regionen verhängt und vielen Menschen wird die Einreise nach Japan verwehrt.

Japan führt einen seltsamen Kampf gegen das Coronavirus, einerseits werden für einige Regionen, wie zum Beispiel Tokyo, der Ausnahmezustand verhängt, andererseits ändert sich dadurch eigentlich nichts.

Ein Ausnahmezustand, ohne wirkliche Folgen

Anders als zum Beispiel in einigen europäischen Ländern, bedeutet der Ausnahmezustand nämlich nicht, dass es jetzt strafrechtliche Konsequenzen hat, wenn jemand gegen die Empfehlungen der Präfekturen verstößt und zum Beispiel sein Geschäft öffnet.

Genau genommen wird hier also mit Luftpistolen auf einen Drachen geschossen, was genau genommen ziemlich wirkungslos ist.

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Und während in Tokyo und Osaka die Zahlen der Infizierten steigen und die Krankenhausbetten knapp werden, öffnen in anderen Teilen wieder die Schulen und halten die Zeremonien zu Beginn des neuen Schuljahres ab, auch eine Schule in Tokyo war dabei.

Allgemein scheinen viele auch nicht wirklich etwas von Social Distancing zu halten, wie eine Umfrage des Gesundheitsministeriums und Line Corp. ergab. Auch die Politiker sind kein gutes Vorbild, sie fordern die Menschen zwar auf Abstand zu halten, sitzen dabei aber in Pressekonferenzen, in denen sie umringt von Journalisten sind.

Subventionen für die Wirtschaft und einkommensschwache Familien

Auf der anderen Seite hat Japan schon sehr viel unternommen, um die Wirtschaft zu stützen und schickte mehrere Maßnahmenpakete die einige Milliarden Euro umfassen auf den Weg.

Familien, die in Schwierigkeiten durch den Coronavirus gekommen sind, bekommen 300.000 Yen als Einmalzahlung, das Kindergeld wird angehoben usw.

Aber nur die Wirtschaft zu stützen wird nicht reichen, denn Japan hat das Problem zu Anfang klein geredet, immerhin trat die erste Infektion bereits im Januar auf. Das führte dazu, dass sich viele Menschen in einer trügerischen Sicherheit glauben, die aber nicht da ist, wie jüngste Zahlen aus Tokyo zeigen, wo die Zahl der Infizierten pro Tag dreistellig steigt.

Es bringt auch nichts, wenn die Schulen wieder öffnen, denn viele Experten, auch in Japan, warnen davor, dass Kinder den Virus übertragen können, auch wenn sie keine Symptome haben.

Unternehmen haben die Sache selbst in die Hand genommen

Da nun zwar der Ausnahmezustand verhängt wurde, er aber den Präfektur-Gouverneuren keine rechtlichen Mittel in die Hand gibt, um Verstöße zu verfolgen und auch einen Shutdown nicht möglich macht, haben viele Unternehmen die Sache selbst in die Hand genommen und ihre Öffnungszeiten reduziert oder für mehrere Tage ganz geschlossen.

Die Politik bleibt weiterhin zögerlich, konkrete Schritte für das gesamte Land zu unternehmen. Den Grund kann man nur vermuten, vielleicht Angst davor, der eh schon schwächelnden Wirtschaft noch mehr zu schaden oder weil man das Gesicht nicht verlieren möchte. Gründe könnte diese Zögerlichkeit viele haben.

Japan steht das Schlimmste noch bevor

Mittlerweile warnen immer mehr Experten davor, dass Japan das Schlimmste noch vor sich hat und die Zahlen der Infizierten stark ansteigen wird. Da Japan auch nur wenig testet, stellt sich da eh die Frage, wie hoch die Dunkelziffer ist.

Auf jeden Fall dürfen wir uns aller Wahrscheinlichkeit darauf einstellen, dass die Nachrichten aus Japan noch lange vom Coronavirus beherrscht werden. Es sei denn, die Regierung reagiert und sorgt dafür, dass die Gefahr, die der Coronavirus darstellt, in allen Köpfen ankommt und Maßnahmen unternimmt, die nicht so halbherzig erscheinen, wie ein Ausnahmezustand ohne Auswirkungen.

 

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