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2 Präfekturen und 48 Kommunalverwaltungen zertifizieren LGBT-Paare

Japans Städte erkennen 900 gleichgeschlechtliche Paare an

In Japan kämpfen gleichgeschlechtliche Paare immer noch um Gleichberechtigung. Langsam gibt es jedoch Fortschritte in die richtige Richtung. Obwohl die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nach wie vor nicht möglich ist, gibt es mittlerweile mehrere Städte und Präfekturen, die eine Partnerschaft zertifizieren. Mittlerweile wurden so mehrere Hundert gleichgeschlechtliche Paare anerkannt.

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Eine Umfrage von Kyodo News vom Samstag ergab, dass 900 Paare seit November 2015 anerkannt wurden. Den Anfang machten damals die Bezirke Shibuya und Setgaya in Tokyo. Seitdem hat die Zahl weiter zugenommen.

Zertifikate bringen auch Schwierigkeiten

Besonders im letzten Geschäftsjahr gab es dabei einen Anstieg von 496 Paaren. Dabei hatten bis zum 1. April 45 Kommunalverwaltungen und zwei Präfekturen ein System zur Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Die meisten Zertifikate stellte die Stadt Osaka mit 187 Paaren aus. Dahinter folgte Setagaya mit 117 Paaren und Sapporo mit 88 Paaren.

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Obwohl die Zahlen erfreulich sind, zeigt die Umfrage auch die Schattenseiten. Die Systeme bieten nicht alle die gleichen Vorteile an. So bekommen sie zwar meistens Leistungen wie Sozialwohnungen und andere soziale Hilfen. Das Erhalten von wichtigen medizinischen Informationen vom Partner ist hingegen weiterhin schwer. Normalerweise sind medizinische Einrichtungen dazu verpflichtet, Informationen an Familienmitglieder auszugeben, oft werden gleichgeschlechtliche Paare aus der Reglung ausgeschlossen.

Langsam wird an Problemen gearbeitet

Dazu verlieren Paare ihren Status, wenn sie in eine Gemeinde ziehen, die kein System haben oder müssen neue Anträge stellen, wenn Städte auch ein System haben. Einige Behörden haben zwar bereits Abkommen getroffen, damit die Paare nichts ändern müssen. Diese Kooperationen sind bis jetzt jedoch vergleichsweise selten. Zusätzlich sind die Zertifikate nicht rechtsgültig, weswegen sie nicht verpflichtend sind.

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Japan hat demnach noch viel beim Thema Gleichberechtigung zu tun. Einen weiteren Fortschritt gab es jedoch kürzlich beim Arbeitsschutz. Ein neues Gesetz gegen Misshandlungen am Arbeitsplatz schließt LGBT+ Menschen mit ein und unter anderem sind unfreiwillige Outings verboten. Ein eigenes Verbot zu unfreiwilligen Outings plant die Präfektur Mie durchzusetzen.

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