Stats

Anzeige
Home News Japans Untersuchung der Korruption bei der Olympia-Bewerbung ist mangelhaft

Unzureichende Befragung

Japans Untersuchung der Korruption bei der Olympia-Bewerbung ist mangelhaft

Ein Gericht in Frankreich, dass sich mit der Korruption bei Japans Bewerbung für die Olympischen Spiele befasst, hat die Untersuchungen des Landes als mangelhaft bezeichnet.

Laut Kyoto Shimbun urteilte der Vorsitzende Richter, nachdem er bei einer Befragung des Präsidenten des japanischen Olympischen Komitee im Dezember 2018 Unstimmigkeiten bemerke.

Untersuchung war fehlerhaft

Es ist das erste Mal, dass Details über den Austausch zwischen dem Richter und dem 73-jährigen Takeda ans Licht gekommen sind. Ein Sonderermittlungsteam der Bezirksstaatsanwaltschaft Tokyo befragte Takeda und andere im Jahr 2017 auf Ersuchen der französischen Behörden.

Mehr zum Thema:  Trotz immer größerer Zweifel hält Japan an den Olympischen Spielen fest

In den Augen der französischen Ermittler war die Untersuchung ihrer japanischen Kollegen unbefriedigend, wobei der Ermittlungsrichter zitiert wird, laut dem Takeda sagte, dass die japanischen Staatsanwälte es versäumt hätten, alle Zeugen zu befragen oder Dokumente zu beschlagnahmen, die von französischer Seite angefordert worden sind.

Dies sei auf einen Unterschied im Strafgesetzbuch zwischen den beiden Ländern zurückzuführen, sagte der Richter. Nach französischem Recht ist die Bestechung von Privatleuten und Amtsträgern illegal, während in Japan eine solche Transaktion nur dann als Bestechung gilt, wenn ein Amtsträger der Empfänger ist.

Der französische Ermittler befragte Takeda daraufhin, wieweit er an der Vergabe eines Beratungsauftrags an Black Tidings Co. durch das Bieterkomitee beteiligt war.

Die inzwischen aufgelöste Beratungsfirma erhielt vom Bewerbungskomitee im Juli und Oktober 2013 insgesamt mehr als 200 Millionen Yen, also kurz bevor und nachdem die japanische Hauptstadt im September desselben Jahres als Austragungsort der Olympischen Spiele ausgewählt wurde und sich damit gegen Istanbul und Madrid durchsetzte.

Korruption abgestritten

Der Richter befragte Takeda auch dazu, ob er von einer engen Beziehung zwischen dem Black Tidings-Geschäftsführer Tan Tong Han und Papa Massata Diack, einem Senegalesen und Sohn von Lamine Diack, dem in Ungnade gefallenen ehemaligen Chef des Leichtathletik-Weltverbandes, gewusst habe.

Lamine Diack war auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und soll zu der Zeit als Tokyo sich beworben hat, Einfluss auf afrikanische Abstimmungen gehabt haben.

Frankreich verlangte von Takeda auch die Herausgabe der Vertragsunterlagen des Bewerbungskomitees und der Berichte, die es von Black Tidings erhalten hatte.

In seiner Antwort bestand Takeda darauf, dass er keine Rolle bei der Wahl von Black Tidings als Beratungsfirma des Bewerbungskomitees gespielt habe und sagte, dies sei das Ergebnis von Empfehlungen des japanischen Werberiesen Dentsu Group Inc. Der ehemalige olympische Pferdesportler sagte auch, er habe keine Kenntnis von der Beziehung zwischen Tan und Diack.

Takeda war im Juni 2019 als Chef des JOC zurückgetreten, nachdem französische Behörden Anfang des Jahres bestätigt hatten, dass sie eine offizielle Untersuchung wegen angeblicher Korruption im Zusammenhang mit der Bewerbung Tokyos eingeleitet hatten.

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren