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Japans Unterteilung bei Schutzsuchenden

Japans Unterteilung zwischen guten und schlechten Flüchtlingen

Japan nimmt nicht gerne Flüchtlinge auf, etwas, dass seit Jahren weltweit und auch im Land selbst kritisiert wird. Bei Menschen aus der Ukraine macht das Land allerdings eine Ausnahme.

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Mittlerweile sind 1.000 Menschen aus der Ukraine in Japan aufgenommen worden, ein starker Kontrast zu der sonst üblichen Zurückhaltung des Landes.

Menschen aus der Ukraine – die guten Evakuierten

Und Japan zeigt bei den Flüchtlingen aus der Ukraine, dass, wenn man will, es den Menschen auch das Leben in einem neuen Land erleichtern kann. Es wurde eine Webseite in ukrainischer Sprache eingerichtet, um die Suche nach Kleidung, Haushaltsgeräten, Möbeln und auch Dolmetscher zu erleichtern. Außerdem bietet sie umfangreiche Informationen zu Dienstleistungen, Unternehmen und Organisationen.

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Haben die Menschen keine Freunde oder Verwandte in Japan, dann dürfen sie vorübergehend in Hotels wohnen, bezahlt von der Regierung.

Wer aus dem Hotel auszieht, um in eine Wohnung zu ziehen, bekommt einmalig 160.000 Yen (ca. 1.184 Euro) und pro Tag noch einmal 2.400 Yen (ca. 17,77 Euro), um die grundlegenden Lebenshaltungskosten zu decken.

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Die Hilfe ist für die Menschen sehr umfangreich und sie ist auch wichtig, immerhin kommen sie aus einem Kriegsgebiet und es ist nicht leicht, gezwungen zu werden, seine Heimat zu verlassen.

Allerdings unterscheidet Japan offensichtlich in guten und schlechten Flüchtlingen, denn Menschen, die ihr Heimatland verlassen müssen, weil sie aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Religion oder anderen Gründen verfolgt werden, werden meistens abgelehnt.

Zudem bezeichnet die japanische Regierung die Menschen aus der Ukraine als Evakuierte und nicht als Flüchtlinge.

Menschen aus dem Rest der Welt – die schlechten Flüchtlinge

Zwischen 1982 und 2021 hat Japan nur 915 Menschen aus anderen Ländern den Asylstatus gewährt, 3.289 Ausländern wurde der Aufenthalt aus humanitären Gründen gestattet, der Flüchtlingsstatus wurde allerdings abgewiesen.

Ein Vertreter der Japan Association for Refugees (JAR), einer gemeinnützigen Organisation, die sich seit Jahren für Evakuierte aus Afrika und dem Nahen Osten einsetzt, sieht daher auch, dass diese Sonderbehandlung der Menschen aus der Ukraine sich deutlich vom üblichen Verhalten der Behörden unterscheidet.

Laut JAR gibt es ein Unterstützungsprogramm für Asylbewerber in Japan, das einen Tagessatz von 1.600 Yen (ca. 11,85 Euro) und 40.000 Yen (ca. 296 Euro) pro Monat und Person für eine Einzimmerwohnung vorsieht, während die Regierung den Antrag auf Erteilung des Flüchtlingsstatus stellt.

Allerdings erhält nur ein Bruchteil der Asylbewerber diese Unterstützung und wenn man sie bekommt, dauert es im Durchschnitt drei Monate, bis Geld ausgezahlt wird.

Ein Sprecher der Regierung argumentiert dagegen: „Menschen aus der Ukraine haben eine breite Unterstützung in der Bevölkerung erhalten, da es sich bei der Invasion der Ukraine um eine beispiellose humanitäre Krise handelt.“

„Kurz gesagt, die Regierung hat berücksichtigt, wie die Öffentlichkeit die Evakuierten sieht“, so der Sprecher.

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