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HomeNachrichten aus JapanJapans Verbraucherschutzbehörde warnt vor Bohnen-Ritual zum Setsubun

Kinder ersticken an Bohnen

Japans Verbraucherschutzbehörde warnt vor Bohnen-Ritual zum Setsubun

Heute wird in Japan das Setsubun gefeiert, bei dem der letzte Tag vor dem Frühlingsanfang zelebriert wird. Dieses Jahr gibt es jedoch eine Warnung von der Verbraucherschutzbehörde. Es soll bei kleinen Kindern auf das traditionelle Bohnen-Ritual verzichtet werden.

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Der Tradition nach werden zum Setsubun geröstete Sojabohnen geworfen, um das Böse zu vertreiben. Vor allem für Kinder ist das Ritual meistens ein großer Spaß. Allerdings ist die Verbraucherschutzbehörde sehr alarmiert. In den letzten Jahren gab es immer wieder Vorfälle, bei denen Kinder die Bohnen oder andere Lebensmittel verschluckten, was in einigen Fälle sogar zum Tod führte.

Besonders junge Kinder verschlucken sich

Laut der Auswertung der Statistiken des Gesundheitsministers erstickten zwischen 2014 und 2019 80 Kinder von 14 Jahren oder jünger wegen verschluckten Objekten in der Lunge. 73 dieser Kinder waren dabei fünf Jahre alt oder jünger.

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Die Behörde fügte dem hinzu, dass sie zwischen 2010 und 2020 genau 164 Vorfälle mit Lebensmitteln verzeichneten, bei den Kinder von 14 Jahren oder jünger am Ersticken waren. Die Mehrheit war dabei mit 86 Prozent auch fünf Jahre alt oder jünger.

In Bezug auf das Setsubun gab es unter letztes Jahr einen Fall in Matsue, Shimane Präfektur. Ein vier Jahre alter Junge verschluckte einige Bohnen während des Festes in einem Kinderbetreuungszentrum. Dem Kind konnte dabei nicht mehr rechtzeitig geholfen werden und es erstickte.

Für Kleinkinder gibt es zum Setsubun keine Bohnen

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Aus dem Grund und weil wegen der Pandemie mehr Menschen zu Hause bei ihren Kindern sind, wurde vorab von der Behörde eine Warnung auf der Webseite veröffentlicht. Es wird dabei direkt davor gewarnt Kindern von fünf Jahren oder jünger harte Lebensmittel zu geben, die gut gekaut werden müssen, wie Bohnen und Nüsse.

Kugelförmige Nahrungsmittel wie Trauben oder Kirschtomaten sollen klein geschnitten oder gekocht werden damit sie weich sind und sich einfach kauen lassen. Zuletzt wird dazu aufgerufen, dass Kinder eine sichere Haltung beim Essen haben und sich nur auf das Essen konzentrieren.

Die Behörde betont, dass Eltern kleinen Kindern keine Bohne geben sollen, auch wenn ältere Geschwister welche essen. Rezept-Webseiten reagierten auf den Aufruf der Behörde und veröffentlichten ebenfalls Warnungen zu den Bohnen und allgemeinen Gefahrenmöglichkeiten zu Lebensmitteln bei Kleinkindern. Unter anderen taucht auf Cockpad eine Warnung auf, wenn nach Setsubun und Bohnen gesucht wird.

Erwachsende sollen sich Gefahr bewusst sein

Arzt Yukihiro Michiwaki von dem Department of Oral Surgery des Japanese Red Cross Musashino Hospitals, erklärte, warum gerade Kinder so gefährdet sind. Kleine Kinder haben noch einen unterentwickelten Atemwegsabwehrmechanismus, der sie vorm Verschlucken von Nahrung bewahrt.

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Dazu kommt, dass erst mit sechs Jahren die Koordination von Kauen und Schlucken komplett ausgebildet ist. Deswegen kann es sehr schnell passieren, dass Essen in die Luftrührer inhaliert wird.

Gerade deswegen will Michiwaki die Menschen über alltägliche Lebensmittel aufklären, die für Babys und Kleinkinder sehr gefährlich werden können. Er bittet darum, dass alle vorsichtig sind, damit sich die Zahl der Unfälle wieder reduziert.

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