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Ein Kampf gegen eine Hydra

Japans Verlage kämpfen mit steigender Anzahl von Webseiten, die Raubkopien von Manga anbieten

Als die Webseite Mangamura geschlossen wurde, eine der größten Webseiten für Manga-Raubkopien, feierten Japans Verlage dies als einen Sieg.

Mittlerweile ist der Betreiber verurteilt und es kommt Ernüchterung auf, da die Zahl der Webseiten, die Manga-Raubkopien veröffentlichen, immer weiter ansteigt.

Ein Sieg von kurzer Dauer für Japans Verlage

Mangamura war Japans größte Manga-Piraterie-Webseite mit bis zu 100 Millionen Aufrufen pro Monat. Das Angebot war riesig und wurde von vielen Manga-Fans gerne genutzt.

Nachdem Japans Verlage Strafanzeige gegen die Betreiber erstattet hatten, wurde die Seite im April 2018 abgeschaltet. Mittlerweile wurde der mutmaßliche Drahtzieher der Webseite wegen Verstoß gegen das Urheberrecht und einiger anderer Vergehen zu drei Jahren Haft und einer hohen Geldstrafe verurteilt.

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Laut Branchendaten ging der wirtschaftliche Schaden zurück, nachdem Mangamura geschlossen wurde.

Doch der „Sieg“ war nur von kurzer Dauer, denn kurze Zeit später entstanden einige neue Webseiten und laut dem Branchenverband ABJ übersteigt die Zahl der Aufrufe mittlerweile die Zahl des Höhepunkts von Mangamuras Bekanntheitsgrad.

750 Webseiten allein auf dem japanischen Markt

Laut Authorized Books of Japan (ABJ) sind aktuell etwa 750 japanische Webseiten online, die Manga-Raubkopien anbieten, weltweit sind es, laut Schätzungen, dreimal so viel. Die 10 populärsten Webseiten kommen in einem Monat zusammen auf 240 Millionen Zugriffe.

Zwischen Januar 2020 und April 2021 stiegen die Aufrufe der drei beliebtesten Webseiten um das 14-fache an, schätzt ABJ.

Den Gesamtschaden durch die Urheberrechtsverletzungen kann ABJ noch nicht einschätzen, da Manga auch auf Video-Streaming-Webseiten wie YouTube und anderen Plattformen geteilt werden.

Japans Verlage haben ihre Bemühungen, illegal veröffentliche Manga zu bekämpfen, deutlich intensiviert.

Verlage intensivierten ihren Kampf gegen Raubkopien

Wenn zum Beispiel der Verlag Shueisha feststellt, dass die Titel des Verlags auf einer Piraterie-Webseite veröffentlicht wurden, stellen sie zuerst eine Anfrage an die Betreiber der Webseite, um die Titel entfernen zu lassen. Darauf lässt sich allerdings kaum jemand ein.

Der zweite Schritt ist eine Anfrage an Hoster die betreffende Webseite löschen zu lassen. Pro Monat sind es mittlerweile bis zu 120.000 solcher Anfragen, die allein Shueisha stellt.

Außerdem werden mittlerweile ca. 10 Strafanzeigen pro Jahr eingereicht.

Auch Kodansha geht immer härter gegen Piraten-Webseiten vor, auch international.

Trotzdem ist es schwer für die japanischen Verlage solcher Seiten Herr zu werden. Man kann es wie mit der Hydra aus der griechischen Mythologie vergleichen: Schlägt man einen Kopf ab, wachsen zwei neue nach.

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