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Werbung auf offizieller Webseite verärgert viele

Japans Wetterbehörde startet Werbeanzeigen auf der offiziellen Webseite

Die Webseite der japanischen Wetterbehörde ist vor allem in der Taifun-Saison für viele Menschen ein wichtiges Hilfsmittel. Seit kurzem gibt es allerdings auf der Seite nicht nur Informationen und Warnungen zum Wetter, sondern ebenfalls Werbeanzeigen. Einige sind davon nun alles andere als begeistert.

Seit Dienstag gibt es auf der Webseite der japanischen Wetterbehörde Werbeanzeigen. Ein äußerst ungewöhnlicher Schritt, da es sich immer noch um eine Regierungsbehörde handelt und die schaltet eigentlich keine Werbung. Trotzdem hat sich die Regierung für den Verkauf von Werbeplätzen entschieden und tatsächlich könnte das viel Geld in die Kassen spülen.

Werbeanzeigen sollen Kosten senken

Die Webseite verzeichnet um die 7,9 Milliarden Zugriffe und kann mit dem Traffic ordentlich Einnahmen sammeln. Das Geld soll dabei zur Erhaltung der Behörde genutzt werden. Die Behörde selbst gibt jährlich um die 1,9 Millionen Euro für ein privates Unternehmen aus, das die Webseite verwaltete.

Werbeanzeigen sind hingegen auf der ganzen Seite verteilt und Teil eines Vertrags einer Werbefirma, welcher bis zum Februar 2021 läuft. Die Agentur wird alle Einnahmen durch die Werbung behalten und zahlt im Ausgleich dem Unternehmen, dass die Seite verwaltet, umgerechnet 693.000 Euro. Damit senken sich die Kosten für die Wetterbehörde auf 1,2 Millionen Euro. Es wird so gehofft, die Bevölkerung zumindest ein bisschen zu entlasten.

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Anzeigen werden unter anderem bei der Wettervorschau und Wolkenkarte zu sehen sein. Aber auch bei Seiten für die öffentliche Sicherheit, wie der Erdrutschkarte und dem Hochwassergebieten gibt es nun Werbung zu sehen. Es handelt sich dabei um Echtzeitwerbung, was bedeutet, dass Nutzer Anzeigen angepasst auf ihren Suchverlauf erhalten. Die Behörde versichert jedoch, dass sie nur angemessene Seiten zulassen und einen gewissen Standard für Anzeigen haben.

Begeisterung sieht anderes aus

Die Idee kommt bei Teilen der eigenen Regierung und in der Bevölkerung weniger gut an. Im August hatte die Gewerkschaft des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus, zu dem auch die Wetterbehörde gehört, ein Statement veröffentlicht. Mitarbeiter stellten sich gegen die Werbung, da die Seite zum Schutz von Leben und Eigentum vom Staat bezahlt werden sollte.

Auch Professor Naoya Sekiya vom Zentrum für integrierte Katastropheninformationsforschung der University of Tokyo sieht die Werbung kritisch. Zumindest im Katastrophenfall oder Notfall kann er sich nicht vorstellen, dass es angemessene Anzeigen für derartige Situationen gibt. Sekiya teilt deswegen die Ansicht, dass eine Seite zum Schutz der Menschen von Steuern finanziert werden sollte. Dazu würde die Behörde mit der Werbung nun zusätzlichen Druck auf private Wetterseiten auswirken.

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass die Regierung auf Werbung setzten will. Bereits vor fünf Jahren wurden erstmals Anzeigen auf der Seite des Außenministeriums erlaubt. Auch zu dem Zeitpunkt gab es viel Kritik an den Werbeplätzen.

Unerwartet kommt der Schritt der Wetterbehörde nicht, da zurzeit sämtliche Behörden und Ministerium angehalten sind den Steuerzahler zu entlasten. Das Verteidigungsministerium hatte so letzten Monat eine Auktion mit Gegenständen vom Militär veranstaltet, die ein voller Erfolg war. Laut Mainichi Shimbun könnte die neuste Maßnahme ebenfalls Teil des Aufrufs der Regierung sein.

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