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Pandemie sorgt für Aufschwung

Japans Zahl der Verkaufsautomaten schrumpft, aber das Angebot an Produkten wächst

Japans Verkaufsautomaten kennt eigentlich jeder, denn sie stehen an jeder Ecke. Durch die Pandemie sind sie aber noch einmal wichtiger geworden, da sie für viele Unternehmen eine Einnahmequelle waren, in einer Zeit, in dem die Einnahmen sanken.

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Zwar ist die Anzahl der Automaten in Japan rückläufig, aber das Land hat immer noch die höchste Automatendichte weltweit.

Ältester Verkaufsautomat in Japan

Der älteste noch existierende Verkaufsautomat in Japan wurde 1904 von dem Erfinder Takashichi Tawaraya für den Verkauf von Briefmarken entwickelt. Das Gerät, das wie eine antike Holztruhe aussieht, ist im Postmuseum Japan in Tokyo ausgestellt.

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Die Verbreitung dieser Automaten beschleunigte sich, als die 100-Yen-Münze, die zunächst aus Silber geprägt worden war, 1967 in das günstigere Kupfernickel umgeprägt wurde. Dadurch stieg die Zahl der im Umlauf befindlichen Münzen sprunghaft an und ermöglichte es der japanischen Öffentlichkeit, Getränke zwanglos mit Kleingeld zu kaufen.

Und während der Weltausstellung 1970 in Osaka stellte Fuji Electric, Japans größter Hersteller von Verkaufsautomaten, den rund 60 Millionen Besuchern der Veranstaltung neue Modelle vor, die sowohl heiße als auch kalte Getränke verkauften.

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Die Zahl der Verkaufsautomaten ist landesweit im Jahr 2000 auf 5,6 Millionen angestiegen und die Verkäufe erreichten einen Jahresumsatz von 7 Billionen Yen (ca. 50 Milliarden Euro). Seitdem schrumpft der Markt allerdings.

Nach Angaben des Yano Research Institute wird diese Zahl in diesem Jahr voraussichtlich auf 3,96 Millionen zurückgehen, da die an unrentablen Standorten aufgestellten Automaten aufgrund des Drucks auf die Gewinne der Betreiber in einer alternden, schrumpfenden Nation entfernt werden.

Durch die Pandemie ist das Angebot der Verkaufsautomaten deutlich bunter geworden. Es kamen viele neue, darunter auch einige bizarre Angebote hinzu.

Breitere Palette an angebotenen Produkten

Und während mehr als die Hälfte aller Automaten Getränke verkaufen, haben die Fortschritte in der Technologie und die Nachfrage nach kontaktlosen Einkaufsmöglichkeiten dazu geführt, dass die Geräte eine immer breitere Palette von Produkten anbieten.

Von Ramen, bis zu Insekten oder Verlobungsringe kann man mittlerweile eigentlich alles über einen Automaten in Japan kaufen, sofern man einen findet, der das Angebot hat, was man haben möchte.

Und die Verkaufsautomaten sind auch eine gute Promotion. Der Fischgroßhändler Chibasuisan begann zum Beispiel damit, gefrorenen Fisch über einen Automaten anzubieten. Das führte dazu, dass überall im Land (auch bei Sumikai), darüber berichtet wurde und immer mehr Menschen den Automaten nutzen.

Die Getränkehersteller, die den heimischen Markt anführen, haben ebenfalls experimentiert. Das Unternehmen DyDo DRINKO, das landesweit rund 270.000 Automaten betreibt, hat damit begonnen, neben seinen Getränken auch Papierwindeln und Feuchttücher zu verkaufen.

Markt schrumpft, aber Zahl der Produkte wächst weiter

Obwohl viele Automaten inzwischen elektronische Zahlungen akzeptieren, ist Japan nach wie vor eine hauptsächlich auf Bargeld angewiesene Gesellschaft, was bedeutet, dass die auffälligen Kästen ein leichtes Ziel für Vandalismus sein könnten. Obwohl sie in der Regel Zehntausende von Yen enthalten, werden sie aber nur selten aufgebrochen.

Der Markt für Automaten schrumpft zunehmend in Japan, aber Zahl der angebotenen Produkte wächst und auch die Entwicklung schreitet weiter voran.

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