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Zaghafte Öffnung stößt auf Unverständis

Japans Zurückhaltung bei der Einreise ausländischer Touristen löst Kritik in der Wirtschaft aus

Japans Zurückhaltung, die Einreise von ausländischen Touristen zuzulassen, löst Kritik von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden aus, da viele den Tourismus als einer der Schlüssel zur Erholung der Wirtschaft ansehen, die immer noch mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen hat.

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Das Land lockert zwar seine Einreisebeschränkungen und wird ab Juni pro Tag 20.000 Menschen einreisen lassen und der japanische Premierminister hatte angekündigt, die Beschränkungen für den Tourismus auf die gleiche Weise zu lockern, wie es die Länder der G-7-Staaten tue, allerdings gibt es keine Anzeichen, dass diesen Worten auch Taten folgen.

Erhöhung der Einreiseobergrenze gilt nicht für Touristen

Die Erhöhung der Zahl der ausländischen Reisenden, die in das Land pro Tag einreisen dürfen, gilt zum Beispiel nicht für Touristen und die Regierung schweigt sich immer weiterhin aus, wann man denn Touristen aus dem Ausland wieder erlaubt einzureisen.

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Japan ist damit das einzige Land der G-7-Staaten, dass ausländische Touristen wegen der Pandemie nicht einreisen lässt. Weltweit sind es allgemein nur noch wenige, darunter auch China, das sich praktisch völlig abgeriegelt hat.

Ab nächsten Monat wird Japan seine Grenzkontrollen lockern, dafür werden alle Länder in drei Gruppen eingeteilt und je nachdem aus welchem Land ein Reisender kommt, muss er nicht in Quarantäne usw.

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Shinichi Inoue, Präsident von All Nippon Airways begrüßte die Politik der japanischen Regierung, die Grenzkontrollen zu lockern, und sagte am Freitag: „Das ist eine gute Nachricht. Wir hoffen wirklich, dass die Beschränkungen auch in Zukunft gelockert und schnell aufgehoben werden.“

Der Tourismus ein wichtiger Faktor für das Wirtschaftswachstum

Vor der Pandemie war der Tourismus einer der wichtigsten Faktoren für das Wirtschaftswachstum und 2020 sollten eigentlich 40 Millionen ausländische Touristen in das Land reisen.

Doch dann kam die Pandemie und die Zahl ging deutlich zurück. Ende November wurde wegen der Omikron-Variante ein Einreiseverbot für alle Ausländer verhängt.

Im März gab es dann die erste Lockerung, in dem 5.000 Geschäftsreisende pro Tag einreisen dürfen, seitdem wurde die Obergrenze für die tägliche Zahl der einreisenden Ausländer Stück für Stück erhöht.

Mittlerweile ist die Situation so, dass in den meisten Ländern die Mehrheit der Bevölkerung geimpft ist und sich in einigen Ländern bereits zeigt, dass der Tourismus funktioniert, auch mit einigen Maßnahmen, die eine erneute Ausbreitung des Coronavirus verhindern soll.

Japan zeigt sich unterdessen weiter zurückhaltend, was insbesondere in der Tourismusbranche Fragen und Kritik auswirkt.

„Da die Impfung bereits im Gange ist, verstehe ich nicht, wovor die japanische Regierung die Öffentlichkeit schützen will“, so ein Sprecher einer Fluggesellschaft.

Kritik von Keidanren

Masakazu Tokura, Vorsitzender der Japan Business Federation, sagte auf einer Pressekonferenz am 9. Mai: „Viele Japaner sind während der Golden Week ins Ausland gereist, um sich Sehenswürdigkeiten anzusehen und ihre Freizeit zu verbringen. Andererseits erlaubt Japan Ausländern immer noch nicht, zu touristischen Zwecken nach Japan einzureisen. „Die Gegenseitigkeit ist in der Welt üblich, daher hoffen wir, dass realistische Gespräche stattfinden werden. Ein schwacher Yen ist auch eine große Chance für Touristen, die Japan besuchen.“

Dazu kommt, dass die japanische Wirtschaft schrumpft, im ersten Quartal 2022 um 1,0 Prozent, da der Konsum der Bevölkerung durch die Coronamaßnahmen gebremst wurde. Die Invasion der Ukraine und die daraus resultierenden Preissteigerungen trüben die Aussichten.

Doch während die Wirtschaft die Einschränkungen für Touristen kritisiert, kommt der Kurs bei der Bevölkerung des Landes gut an.

Trotz der strikten Coronamaßnahmen ist die Zustimmung für das Kabinett von Premierminister Fumio Kishida seit seinem Amtsantritt im Oktober letzten Jahres nicht groß ins Wanken geraten. In der jüngsten Umfrage der Nachrichtenagentur Kyodo in der letzten Woche erreichte die öffentliche Unterstützung einen Rekordwert von 61,5 Prozent.

Betreute Japan Reisen

Um die Kritik zu beruhigen, startet das Land nun einen Test. Das japanische Fremdenverkehrsamt teilte am Montag mit, dass sieben Personen aus den USA nach Japan reisen werden, um die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Tourismus aus dem Ausland zu prüfen.

Insgesamt werden etwa 50 Personen aus Australien, Singapur, Thailand und den USA erwartet, die in diesem Monat im Rahmen kleinerer Touren nach Japan kommen werden, um mit japanischen Reiseleitern verschiedene Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, teilte die Agentur mit.

Doch über das „wie es danach weiter geht“, schweigt sich die Regierung weiterhin aus.

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