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Teenager lernen Sprache, Kultur und wichtige Aspekte für ein Leben in Japan

Jugendzentrum hilft kriminellen ausländischen Jugendlichen wieder in Japans Gesellschaft zu finden

Als Jugendlicher kann das Leben im anderen Land schnell zu einer Herausforderung werden, mit der einige nicht umgehen können. So rutscht der ein oder andere in kriminelle Machenschaften ab und landet im Gefängnis. Eine Jugendstrafanstalt in Yokosuka, Kanagawa versucht jedoch, den jungen Menschen zu helfen und ihnen ein neues Leben zu ermöglichen.

Kurihama Juvenile Training School heißt die Einrichtung, die seit drei Jahrzehnten den Jugendlichen hilft. Bis Dezember 2019 nahmen zehn der 60 Jugendlichen in dem Zentrum an einem Programm teil, um ihre Japanischkenntnisse zu verbessern und um mehr über Japans Kultur zu lernen.

Jugendliche träumen von großer Zukunft

Sie sollen so wieder zurück in die Gesellschaft finden, denn Sprach- und Kulturbarrieren sind tatsächlich häufig die Gründe für das Abrutschen in die Kriminalität. Die meisten in der Gruppe kommen aus Ostasien, Südasien und Südamerika. Einige haben jedoch ebenfalls die japanische Staatsangehörigkeit. Vom Alter her sind sie zwischen 17 und 20 Jahre alt. Ihre Vergehen sind hingegen sehr unterschiedlich und reichen von Diebstahl und Drogenbesitz bis zu Betrug und Körperverletzung.

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Das Zentrum besitzt dabei eins der größten Programme seiner Art in Japan. Sie akzeptieren sogar Straftäter aus anderen Regionen. Mittlerweile haben mehr als 100 Jugendliche seit 1993 das Programm durchlaufen. Die Träume der jungen Leute sind dabei hochgesteckt. Einer aus der aktuellen Gruppe gab an, dass er gerne bei einer Modeschule anfangen will. Ein anderer will auf eine Designschule und ein Dritter hoffte sogar, sich bei einer Universität einschreiben zu können.

Ein Beamter der Einrichtung wies jedoch darauf hin, dass die Jugendlichen nur selten eine Schule besuchen, die eine höhere Bildung verlangt. Meistens hängt es davon ab, ob die Eltern genug Geld haben. In den meisten Fällen leisten die Jugendlichen eher körperliche Arbeit und arbeiten später auf Baustellen oder in Fabriken.

Die Einrichtung versteht dabei, dass es für ausländische Jugendliche nicht einfach ist. Sie wissen nicht genau, wo sie eigentlich hingehören und landen dann bei kriminellen Gruppen, wie Shingo Aoki erklärte. Aoki gehört zu den Leuten, die an der Forschung und Entwicklung des Programms beteiligt sind.

Gutes Japanisch als Schlüssel zum Erfolg

Ein anderer Beamter bestätigte, dass viele im Alltag Schwierigkeiten haben. Von den aktuellen Jugendlichen schaffte es keiner, in dem normalen Schulsystem zu bleiben. Einige erfuhren Mobbing durch die Mitschüler, andere gingen nicht zum Unterricht oder waren in schulische Gewalt verwickelt. Die ganzen Probleme endeten dann in verschiedenen Straftaten. Nun bewohnen sie in der Einrichtung ein Einzelzimmer. Kontakt zu den anderen Insassen, die nicht im Programm sind, haben sie nicht.

Elf Monate läuft das Programm der Einrichtung, es ist in fünf Bereiche unterteilt. Neben akademischen Fächern wie Japanisch gibt es noch Berufsausbildung, grundlegende Anleitung zum Lebensstil, besondere Aktivitäten zur Förderung von Unabhängigkeit und Kooperationsbereitschaft sowie Sportunterricht. Der Wissensstand ist bei den Jugendlichen unterschiedlich. Einigen verstehen kaum Japanisch, wenn sie inhaftiert werden. Laut der Einrichtung sollen jedoch alle beim Abschluss die Sprache halbwegs beherrschen.

Während des Japanischunterrichts, der alle zwei Wochen stattfindet, versuchen die Schüler auf Japanisch Reden zu halten oder zu diskutieren. Dabei kommen aktuelle Themen vor, wie der Brand der Shuri Burg oder der Papstbesuch im letzten November. Anschließend geben die Mitschüler ihr Feedback zu dem Gehörten. Schulleiter Tsugu Sugimura ist es wichtig, dass die Jugendlichen lernen, ihre eigene Meinung logisch auszudrücken, anstatt nur Werturteile über polarisierende Themen zu fällen.

Ausländer benötigen Unterstützung, keinen Hass

Neben der japanischen Sprache lernen die Schüler unter anderem Arbeitsethik, gute Manieren und japanische Bräuche, um sie auf das neue Leben vorzubereiten. Zum Thema kriminelle Ausländer nimmt Moriyama sie ein wenig in Schutz. Wenn sie in Verbrechen verwickelt werden, deute es eher daraufhin, dass sie große ernsthafte Problem haben, sich in die Gesellschaft einzugliedern.

Bei den jugendlichen Straftätern gibt es mittlerweile einen Rückgang. 2018 waren es nur 65 Personen in den Jugendzentren. Im Vergleich dazu waren es 2002 noch 153 Personen. Es gibt demnach eine positive Entwicklung, wenngleich immer mehr Ausländer nach Japan kommen.

Obwohl Japaner sehr zuvorkommend bei Touristen ist, haben es ausländische Einwohner ziemlich schwer. Moriyama warnt davor, dass Fremdenfeindlichkeit in einer homogenen Gesellschaft wie Japan sehr ausgeprägt sein kann. Er glaubt daran, dass sie die Angst beseitigen können, wenn sie sich kennenlernen und die Menschen dadurch verstehen, dass sie alle die gleichen Menschen sind. Moriyama betont deswegen, dass sie sich bemühen, Missanpassungen vorzubeugen und eine Wiedereingliederung unterstützen, statt Ausländer zu diskriminieren und auszuschließen.

Kyodo

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