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Makiko Yamada soll im Amt bleiben

Kabinettssekretärin tritt nach Skandal rund um den Sohn des japanischen Premierministers nicht zurück

Der Skandal um den Sohn des japanischen Premierministers hat sich in den letzten Tagen ausgeweitet, nachdem bekannt wurde, dass mehr Bürokraten verwickelt sind als angenommen. Nun wurden die Forderungen nach Rücktritte lauter, die jedoch vorerst ausbleiben

Unter anderen gehört die PR-Sekretärin des Kabinetts dazu, Makiko Yamada, zu den elf Bürokraten, die mit Seigo Suga essen waren. Sie hat damit wie alle anderen gegen den Ethikkodex verstoßen, der Ministerbeamten gilt.

Yamada entschuldigt sich öffentlich

Yamada wurde 2019 von dem ältesten Sohn des Premierministers und weiteren Beamten von Tohokushinsha Film Corp. zu einem Luxusabendessen eingeladen. Suga gehört auch zu dem Unternehmen, das Satellitenrundfunkdienstleistungen betreibt. Insgesamt soll das ganze Dinner um die 569,52 Euro gekostet haben.

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Zu dem Zeitpunkt war Yamada Vizeministerin für politische Koordinierungen im Kommunikationsministerium. Suga selbst gilt als ein Interessent des Ministeriums, da sein Arbeitgeber von dem Ministerium die Rundfunkzulassungen erhält. Die Abendessen gelten deswegen als sehr umstritten, da Aufnahmen belegen, das Suga viel über die Arbeit sprach und sich vermutlich Vorteile verschafft werden sollten.

Yamada entschuldigte sich am Donnerstag im Unterhaus des Parlaments für den Skandal. Es tue ihr leid, dass sie das Vertrauen der Öffentlichkeit als Beamtin des Kommunikationsministeriums beschädigt hat. Vor dem Abendessen habe sich nicht geprüft, ob das Unternehmen zu der Interessengruppe des Ministeriums gehört. Sie will sich nun so gut es geht verbessern, indem sie über den Skandal nachdenkt.

Rücktritt wird abgelehnt

Die Opposition hatte von der 60 Jahren alten Beamtin gefordert zurückzutreten, was sie jedoch ablehnte. Auch der Minister für innere Angelegenheiten und Kommunikation, Ryota Takeda, lehnte die Forderung ab. Stattdessen wollen sie sich anstrengen, um das verlorene Vertrauen wieder zurückzugewinnen.

Von der Regierung gab es vergleichsweise wenig Druck, da sie Yamada nach dem kürzlichen Sexismus-Skandal beim Olympischen Organisationskomitees gerne als eine der wenigen Frauen mit Kabinettsrollen behalten wollen. Tatsächlich ist sie letzten September die erste Frau überhaupt, welche die aktuelle Stelle erhielt.

Premierminister setzt sich für Yamada ein

2013 wurde sie dazu zur ersten weiblichen Sekretärin des Premierministers ernannt. Deswegen hatte Premierminister Suga schon am Mittwoch gesagt, dass sie keine Pläne zu einem Rücktritt haben und sie noch große Hoffnungen in Yamada als PR-Mitarbeiterin haben.

Sie habe über ihr Vergehen aufrichtig nachgedacht und will an sich arbeiten. Yamada möchte außerdem den Schaden wieder gut machen und den Betrag für das Abendessen wieder zurückzahlen, was etwa 60 Prozent ihres monatlichen Gehaltes ist.

Ein Verwarnung wie ihr anderen Personen erhielt sie von dem Ministerium wegen der Verletzung des Ethikkodex nicht. Das war aber auch nicht möglich, da der Kodex auf ehemalige Mitarbeiter nicht anwendbar ist, wenn sie bereits einen Sonderstatus für einen Regierungsposten haben.

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