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Kakeibo: Eine Alltags-Tradition des japanischen Lebens wird im Ausland zum Social-Media-Hit

Haushaltsbuch führen wird zum Renner

Popkulturelle japanische TV-Hits wie „Tidying Up with Marie Kondo“ zelebrieren relativ langweilige Aktivitäten und begeisterten dennoch viele Zuschauer im Ausland. In letzter Zeit hat sich ein weiterer etwas langweiliger Aspekt des japanischen Lebens zu einem westlichen Lifestyle-Trend gewandelt. Kakeibo, eine Methode, die den Menschen beim Geld sparen hilft.

Ein CNBC-Artikel mit der Überschrift „Ich habe Kakeibo ausprobiert: Die japanische Kunst, Geld zu sparen. Es hat die Art und Weise, wie ich mein Geld ausgebe, völlig verändert“, hat online für Aufsehen gesorgt.

Kakeibo wird zum Trend

Kakeibo ist das japanische Wort für ein Haushaltsbuch und hat sich im Westen zu einem Leitsatz gewandelt. Es war jedoch der CNBC-Beitrag, der die Aufmerksamkeit der Leute erregte.

Die japanischen Online-Medien haben diesen Aufwärtstrend im Kakeibo-Interesse weitgehend ignoriert. Das mag daran liegen, dass die Haushaltsbuchhaltung im Gegensatz zu der KonMari-Methode seit langem ein zentraler Bestandteil der Internetinhalte und sozialen Medien im Land ist.

Es ist nicht allzu überraschend, dass sich das Thema Kakeibo in Japan in einer Weise entwickelt, die weit über die reine Sparberatung hinausgeht. Ratschläge zur Führung eines Haushaltskontos gibt es im Überfluss online auf Japanisch.

In Japan schon lange Alltag

Auch Webseiten, ob finanzorientiert oder nicht, veröffentlichen regelmäßig Artikel, die die Bedeutung der Führung eines physischen Finanzbuches in den Vordergrund stellen. Diese Art von Inhalten nimmt immer um das neue Jahr herum spürbar zu.

Kakeibo-Smartphone-Apps enthalten Artikel, um den Überblick über die Ausgaben zu behalten. Während diejenigen, die das altmodische Gefühl von physischen Gegenständen bevorzugen, die besten Notizbücher finden, um den Überblick über die Ausgaben zu behalten.

Es ist sogar üblich, dass Menschen ihre eigenen monatlichen Budgetaufschlüsselungen auf Twitter teilen. Wie zum Beispiel in einem Tweet über ein Kakeibo einer Person, die von einer Vollzeitbeschäftigung zu einer Teilzeitarbeit gewechselt hat. Solche Beiträge gehen über eine allgemeine Beratung hinaus. Sie bieten vielmehr einen Einblick in den Umgang anderer Menschen mit Geld. Normalerweise ein Thema, das oft geheim bleibt.

Haushaltsbücher auf Social Media einsehbar

Kakeibo ist auf YouTube noch beliebter. Frauen, die in Büros arbeiten, veröffentlichen Clips, in denen sie ihre Herangehensweise an die Budgetierung erläutern. Andere gehen sogar so weit, dass sie die Erstellung eines Geldnotizbuches beschreiben und auch erklären, welche Aufkleber am besten sind. Solche Videos können sehr detailliert werden.

Auf Instagram wird es auch immer populärer. Der #kakeibo-Hashtag wird von Usern benutzt, die Bilder von ihren eigenen Haushaltsbüchern posten. Sie müssen nicht besonders schick aussehen, Hauptsache informativ. Diese Beiträge bieten einen guten Einblick, wie die Menschen in Japan tatsächlich ihr Geld verwenden.

Das macht die Kakeibo-Diskussion in den japanischen sozialen Medien viel interessanter als die derzeitige Berichterstattung im Westen. Anstatt sie als eine mysteriöse, allumfassende Lebenskraft darzustellen, die durch die japanische Kultur strömt, zeigen die tatsächlichen Nutzer in Japan, dass es zum alltäglichen Leben gehört.

jt

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