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Bundesstaat soll ein Vorbild für USA sein

Kalifornien entschuldigt sich für die Internierung von japanischen Amerikanern

Im Zweiten Weltkrieg hatten es Japaner oder Menschen japanischer Abstammung in den USA nicht leicht. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor erlebten sie noch stärkeres Misstrauen und Diskriminierungen. Den Höhepunkt erreichte der Generalverdacht mit der Internierung von tausenden japanischen Amerikanern in Lagern. Um die 120.000 Menschen mussten den Krieg über in zehn Lagern in den USA verbringen, bloß weil sie Japaner waren. Kaliforniern entschuldigt sich nun für die Behandlung.

Am Donnerstag möchte die Legislative von Kalifornien eine Resolution verabschieden, um sie bei den Internierungsopfern offiziell zu entschuldigen. Man möchte sich für die Unterstützung der damaligen Politik der Regierung und Maßnahmen zu Diskriminierung entschuldigen. In der Region selbst befanden sich zwei Lager, eins in Manzanar und eins am Tule See, dass das größte im ganzen Land war. Das Gesetz von Präsidenten Franklin D. Roosevelt trat damals am 19. Februar 1942 in Kraft. Heute gilt der 19. Februar als Gedenktag der japanischen Amerikaner.

Regierung entschädigt Opfer erst nach Jahren

Vorgestellt wurde die Resolution von dem Abgeordneten Al Muratsuchi. Der geborene Japaner ist einer von rund 430.000 Menschen in Kalifornien mit einer japanischen Herkunft. Muratsuchi erklärte, dass sie oft darüber sprechen für die Nation ein Vorbild zu sein. Leider hatte Kalifornien jedoch zu dem Zeitpunkt die rassistische antijapanisch-amerikanische Bewegung angeführt. Heute ist das kaum Vorstellbar bei dem Bundesstaat, der die größte japanische Bevölkerungsschicht im ganzen Land hat.

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Die US-Regierung selbst hat sich bereits bei den Opfern entschuldigt und ihnen eine Entschädigung von 20.000 Dollar gezahlt. Zuvor entschied 1983 eine Kongresskommission, dass die Inhaftierung rassistische Vorurteile, Kriegshysterie und Versagen der politischen Führung zurückzuführen und deswegen absolut inakzeptabel war. Die Resolution von Kalifornien soll hingegen keine Entschädigung erhalten. Darum geht es Muratsuchi in erster Linie auch nicht. Er möchte vor allem, dass sich die Gesetzgebung offiziell entschuldigt und das Leid anerkennt, solange es noch Überlebende gibt.

Co-Vorsteller der Resolution ist die republikanischen Vorsitzenden der kalifornischen Versammlung, Marie Waldron von Escondido. Sie verweist auf jüngste nationale Ereignis und erklärte, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit lernen sollen. Sie verweist damit auf die Tausenden Kinder von Migranten, die unter Menschen unwürdigen Bedingungen getrennt von den Eltern durch die US-Regierung festgehalten werden.

Obwohl die Lager keine Lager zu Ermordung waren, litten viele der Inhaftierte an den schlechten Bedingungen und verstarben teilweise daran. Nach der Entlassung wurde ihr Leben jedoch nicht besser. Der Staat hatte ihnen in den meisten Fällen fast alles genommen und viele Familien standen vor dem nichts. Der zusätzlich Stress und die anhaltenden rassistischen Anfeindung sorgten dafür, dass einige sehr früh verstarben.

Zeitzeugen kämpfen gegen das Vergessen

Kalifornien selbst verabschiedete 1913 schon ein Gesetz, dass sich gegen japanische Landwirte richtete. 1920 war es dann Menschen mit japanischer Abstammung sogar komplett verboten Ackerland zu kaufen. Les Ouchidas Familie war glücklicherweise keine Farmer. Trotzdem musste der damals fünfjährige geborene Amerikaner mit seiner Familie nach Fresno und dann nach Arkansas in ein Lager. Der 82-Jährige erklärt heute, dass sie einfach die falschen Namen und Gesichter hatten.

Bis zum Kriegsende blieb er mit seinen Eltern und Geschwistern in dem Lager. Viel kann er sich nicht mehr erinnern, nur noch an Matratzen aus Stroh und wenig Privatsphäre. Das Geschäft, ein Lieferunternehmen, seines Vaters erholte sich nie richtig nach der Freilassung und er verstarb im jungen Alter. Ouchida selbst arbeite nun im California Museum in Sacramento und berichtet über die Lager.

Laut ihm verstanden sich japanische Familie wie seine damals alles als loyale Bürger, selbst nach der Internierungen. Feindseligkeiten gegenüber der USA und Kalifornien habe er deswegen nicht. Lieber konzentriert er sich auf positive Ergebnisse, wie die dauerhafte Ausstellung in dem Museum, um einen ungeschönten Blick auf das Stück Geschichte zu geben. Zu der Resolution sagt er, auch wenn es etwas Zeit gebraucht hat, haben sie die Güte sich immer noch zu Entschuldigung.

MS

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