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Kamakura bittet Touristen, nicht beim Laufen zu essen

Wer das erste Mal nach Japan reist, kann in viele Fettnäpfchen treten. Viele wissen zum Beispiel nicht, dass es als ziemlich unhöflich gilt, beim Gehen zu essen. Kamakura in Kanagawa sagt nun jedoch Touristen und Einheimischen den Kampf an und bittet sie, sich für das Essen an beliebten Orten Zeit zu nehmen.

Bei Kamakura handelt es sich um eine ziemlich beliebte Küstenstadt. Jährlich besuchen mehr als 20 Millionen Menschen den Ort. Viele von ihnen genießen dabei einen Spaziergang in der Komachi-Straße, wo es zahlreiche Restaurants, Imbisse und andere Läden gibt. Essende Passanten sind deswegen kein ungewöhnlicher Anblick.

Mit einer neuen Verordnung, die am Montag in Kraft trat, soll das jedoch aufhören. Grund für das Vorgehen sind mehrere Beschwerden von Anwohnern, die nicht von dem unhöflichen Benehmen begeistert sind. Der Vorsitzende der Komachi-Handelsvereinigung, Norikazu Takahashi, berichtet von Verschmutzungen durch das Benehmen. Er wünscht sich, dass Touristen sich durch gute Manieren wohlfühlen.

Die offizielle Bitte sorgte allerdings bei allen für gemischte Reaktionen. Ein Highschool-Schüler erklärt, dass er der Bitte nachkommt und nicht mehr beim Laufen isst. Gleichzeitig weist er jedoch darauf hin, dass Essen ein großes Vergnügen ist, für das der Ort die Menschen nicht rügen sollte. Eine 70-jährige Frau ist für die Reglung. Sie findet, dass das Benehmen schlecht aussieht und es ein Ärgernis ist, wenn die Klamotten von anderen dreckig werden.

Verordnung ist kein Verbot, nur eine Bitte

Der Besitzer eines 100 Jahre alten traditionellen japanischen Süßwaren-Geschäfts zeigte sich eher gespalten. Es gibt eine Tour durch die Stadt, wo Essen und Verkostungen von lokalen Produkten im Vordergrund stehen. Er glaubt, dass Touristen die Sachen eher genießen, wenn es keine Verordnung gibt. Touristen selbst hatten ebenfalls gemischte Gefühle.

Tadashi Hirokawa, der Chef der Tourismusabteilung, versucht die Menschen zu beruhigen. Es handelt sich bei der Verordnung um keine Regulierung oder gar ein Verbot. Sie wollen lediglich alle zu besseren Manieren motivieren, sodass alle eine schöne Zeit in Kamakura haben. Neben der Bitte nicht zu essen, enthält die Verordnung noch etwas anderes. Touristen sollen ebenfalls keine Fotos mehr auf den Eisenbahngleisen der nostalgischen Enoden-Bahnlinie machen. Besonders in der Nähe der Kamakura Koko Mae Station gab es in letzter Zeit viele ausländische Touristen, da es ein Schauplatz aus dem erfolgreichen Manga Slam Dunk ist.

Quelle: NHK

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