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Kann Tokyos Nahverkehr mit den Belastungen bei den Olympischen Spielen umgehen?

Kollaps während der Olympischen Spiele 2020 droht

Japan ist bekannt dafür, dass Züge sehr pünktlich und höchst effizient sind. Doch ist der Nahverkehr in Tokyo auch gut gerüstet, um mit den Belastungen der Olympischen Spiele 2020 umzugehen?

Besucher der Olympischen Spiele 2020 in Tokyo haben es nicht leicht. Erst müssen sie ein Ticket bekommen und die teils teuren Preise zahlen, dann müssen sie ein Hotelzimmer finden, was mittlerweile sehr schwierig ist und zum Schluss kommt auch noch die Hitze im Sommer und die Luftfeuchtigkeit dazu, die man aushalten muss.

Nahverkehr in Tokyo – effizient, aber überlastet

Es gibt allerdings noch eine große Hürde, die man bezwingen muss: Der Nahverkehr in Tokyo, der zwar den Ruf hat, effizient und sehr pünktlich zu sein, aber der jetzt schon überlastet ist.

Der japanische Professor Azuma Taguchi von der Chuo-Universität hat Tokyos System jahrelang erforscht und sagt, dass der Andrang zu den Olympischen Spielen das Netz zum Zusammenbruch bringen könnte.

„Wenn die maximale Kapazität zwei- oder dreimal so hoch ist wie normal, können möglicherweise einige Menschen getötet werden“, so Taguchi.

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Seine Computersimulation sagt voraus, dass die größte Welle Touristen in der Rush-Hour am Morgen mit den Arbeitspendlern an wichtigen Umsteigestationen kollidieren wird. Kleinere Stationen in der Nähe der Austragungsorte werden schnell überfordert sein.

Der Tourist und sein Gepäck

Hinzu kommt, dass die Touristen oft Gepäck in die U-Bahnen mitnehmen und Probleme haben werden, diese aus dem Zug und durch überfüllte Bahnhöfe zu manövrieren.

Die Verkehrsbehörden in Tokyo glauben, dass auch bei einer 200-prozentigen Auslastung eines Eisenbahnwaggons, die Fahrgäste gerade noch genug Platz haben werden, um eine Zeitschrift zu lesen. Das ist allerdings jetzt bereits an normalen Wochentagen in Japan Normalität.

Sollte die Auslastung 250 Prozent betragen, können die Fahrgäste nicht einmal mehr eine Hand bewegen.

Die Studie prognostiziert, dass viele Bahnhöfe eine Kapazität von mehr als 200 Prozent überschreiten werden, einige kommen sogar auf über 400 Prozent.

Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele bestätigte, dass die U-Bahnen täglich mit 800.000 zusätzlichen Fahrgästen rechnen müssen. Allerdings gehen sie auch davon aus, dass die Schnellstraßen in Tokyo doppelt so stark belastet werden wie normal.

Smartphone-App soll im Nahverkehr helfen

In der Hoffnung, dieser Situation irgendwie Herr zu werden, will das Komitee eine Smartphone-App veröffentlichen, die in mehreren Sprachen informiert und mit einer KI Besucher und normale Pendler helfen soll, leichter zum Ziel zu kommen. Außerdem werden verschiedene Methoden getestet, um die Schnellstraßen zu entlasten.

Die Befürchtungen um einen Zusammenbruch des Nahverkehrs ist bei Olympischen Spielen nichts Neues. Bereits 2012 in London wurden die Folgen der Spiele unterschätzt.

Taguchi und die Organisatoren sind sich in einer Sache einig: Wenn japanische Arbeiternehmer während der Olympischen Spiele zu Hause bleiben, kann dies einen großen Beitrag zur Lösung der Probleme leisten.

Mitarbeiter sollen den Pendelverkehr oder gleich das Büro meiden

Das Organisationskomitee forderte bereits Firmen auf, ihre Mitarbeiter zu ermutigen, während der Olympischen Spiele von zu Hause zu arbeiten. Bisher haben mehr als 2.000 Unternehmen zugestimmt.

Eine weitere Maßnahme ist es, dass Firmen ihre Mitarbeiter überzeugen, im nächsten Sommer zwei Wochen den Pendelverkehr oder gleich das Büro ganz zu meiden.

„Wir erklären es allen Unternehmen und den Medien und bitten die Leute, während dieser zwei Wochen nicht zu arbeiten“, so Katsuhiro Nishinari, Professor an der Universität Tokyo. „Viel Spaß bei den Olympischen Spielen.“

Quelle: MA, TJT

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1 Kommentar

  1. Der Nahverkehr in Tokyo ist alles andere als pünktlich. Einfach mal während der Rush Hour mit der Chuolinie fahren. Die ist fast jeden Tag verspätet.

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