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Issei Sagawa

Kannibale von Kobe stirbt mit 73 Jahren

Issei Sagawa, auch der „Kannibale von Kobe“ genannt, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Sagawa hatte eine niederländische Studentin getötet und Teile von ihr gegessen, kam aber trotz Geständnis nie in ein Gefängnis.

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Sagawa starb am 24. November an einer Lungenentzündung und wurde nur im Beisein von Verwandten beerdigt, ohne dass eine öffentliche Zeremonie geplant war, so sein jüngerer Bruder und ein Freund in einer Erklärung.

„Kannibale von Kobe“ wurde nie verurteilt

Den Spitznamen „Kannibale von Kobe“, den er selbst gerne benutze, bekam er von den japanischen Medien.

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1981 studierte Sagawa in Paris und lernte dort eine niederländische Studentin kennen, die er zu sich nach Hause einlud. Dort schoss er ihr in den Hals, vergewaltigte sie und aß drei Tage lang Teile ihres Körpers.

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Er versuchte, die Überreste seines Opfers in einem Park zu entsorgen und wurde einige Tage später verhaftet, nachdem er den Mord bei der Polizei gestanden hatte.

1983 wurde er von französischen Medizinern als unzurechnungsfähig eingestuft und in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht. 1984 wurde Sagawa nach Japan abgeschoben.

Dort wurde er von den Behörden als zurechnungsfähig eingestuft und in eine psychiatrische Klinik in Tokyo überführt. Die Akten konnten jedoch nicht von der französischen Polizei eingeholt werden, um ihn erneut vor Gericht zu stellen. Daher wurde der Fall als abgeschlossen betrachtet und Sagawa am 13. August 1985 auf freien Fuß gesetzt.

Dieser nutzte daraufhin die mediale Aufmerksamkeit des Falles für sich. Unter anderem schrieb er ein Memoirenbuch mit dem Titel „Im Nebel“, in dem er den Mord sehr detailliert beschrieb. Zudem nutzte er den Spitznamen „Kannibale von Kobe“, den er von den Medien erhalten hatte, um sich besser zu vermarkten.

Keine Spur von Reue

Der Mord wurde auch vom japanischen Schriftsteller Juro Kara als Thema für sein Buch „Briefe von Sagawa-kun“ genutzt.

Sagawa zeigte nach seiner Rückkehr nach Japan keine Spur von Reue, auch Jahre nach seiner Rückkehr in sein Heimatland gab er immer wieder Interviews. Darüber hinaus trat er in dem Erotikfilm „Uwakizuma: Chijokuzemes“ auf, produzierte einen Manga, in dem sein Verbrechen detailgetreu verarbeitet wurde, und erzählte auch Jahre später, dass er eine solche Tat noch einmal begehen würde.

In Interviews und im Dokumentarfilm „Caniba“ aus dem Jahr 2017 erzählte er von dem Vorfall und seiner anhaltenden Besessenheit von Kannibalismus.

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