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HomeNachrichten aus JapanKatholischer Priester in Nagasaki wegen sexueller Belästigung angeklagt

Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

Katholischer Priester in Nagasaki wegen sexueller Belästigung angeklagt

Eine Frau in der Präfektur Nagasaki hat bei der Polizei Anzeige gegen einen katholischen Priester erstattet, der sie sexuell belästigt haben soll.

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Die Erzdiözese Nagasaki hat den Priester suspendiert, den Mitgliedern wurde davon allerdings nichts mitgeteilt. Als Grund für die Abwesenheit des Priesters wurde eine medizinische Behandlung genannt.

Sexueller Missbrauch in der Kirche

Papst Franziskus, der ab Samstag in Japan zu Besuch ist, erließ im Mai einen Erlass, mit dem jeder Klerus verpflichtet wurde, jeden sexuellen Missbrauch durch Geistliche dem Vatikan zu melden.

Im Mai 2018 forderte der japanische Priester die Frau angeblich auf, in die Kirche zu kommen, in der er in Nagasaki seine Gottesdienste abhält. Als die Frau in die Kirche kam, soll er sie unangemessen behandelt haben, teilte eine Quelle der Polizei mit.

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Bei der Frau wurde eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert und sie wurde langfristig in ein Krankenhaus eingeliefert.

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Die Polizei nahm die Ermittlung wegen des Verdachts auf sexuelle Belästigung.

Der Priester entschuldigte sich bei den hohen Beamten der Erzdiözese und sagte: „Ich habe der Frau und der Kirche große Schwierigkeiten bereitet“, so ein Sprecher der Polizei.

Es gibt 16 Diözesen in ganz Japan. Die Erzdiözese Nagasaki hat etwa 60.000 Anhänger und ist damit nach der Erzdiözese Tokyo die zweitgrößte. Es hat auch die meisten Kirchen mit 133.

Sexueller Missbrauch durch Priester auch in Japan nicht selten

Sexueller Missbrauch durch christliche Priester wurde weltweit immer wieder ein Thema, nachdem ein US-Zeitungsbericht im Jahr 2002 das Thema behandelt hatte. Die systematische Verschleierung der Verbrechen hat seither viel Kritik hervorgerufen.

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Umfragen, die hauptsächlich von der katholischen Bischofskonferenz von Japan in den Jahren 2002 und 2012 durchgeführt wurden, zeigten, dass sowohl Geistliche als auch Mönche in Japan Kinder sexuell missbraucht haben.

Die Organisation hat jedoch nicht viele Informationen über Fälle, in denen erwachsene Anhänger Opfer wurden.

Einige haben die Kirchen kritisiert, weil sie selbst Umfragen durchgeführt haben. Die Kritiker sind der Meinung, dass die Kirche kein Gefühl für die Krise hat.

TJT

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