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Nur iPads sind erlaubt

Kaufzwang für teure Tablets verärgert in Kyoto Eltern von Highschool-Schülern

Japans Bildungssystem ist in vielen Bereichen veraltet. Gerade wegen der Pandemie wurde deswegen versucht, die Digitalisierung voranzutreiben und gleichzeitig den Schulalltag zu erleichtern. In Kyoto sind viele Eltern nun jedoch sehr wütend, weil sie Tablets anschaffen sollen.

Das Kyoto Prefectural Board of Education hat beschlossen, dass Highschool-Schüler für das Schuljahr 2022 ein eigenes Tablet besitzen sollen. Anders als in anderen Regionen müssen die Geräte komplett selbst bezahlt werden.

Eltern können sich die iPads nicht leisten

Geschätzte Kosten für ein Tablet und zusätzlich Kosten liegen zwischen 60.000 Yen (ca. 457,68 Euro) und 70.000 Yen (ca. 533,93 Euro). Es darf dabei nur ein bestimmtes Tablet gekauft werden, nämlich ein 10,2-Zoll-iPad (8. Generation) Wi-Fi 32 GB mit Tastatur und Stift.

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Für viele Familien ist das ausgesuchte Modell jedoch sehr teuer und berechtigterweise sind Eltern wegen der neuen Regelung sehr wütend. Viele geben an, dass sie gerade in der Pandemie einfach nicht das Geld haben, um die Tablets zu bezahlen.

Eine Frau erklärte, dass ihr Mann im Monat 300.000 Yen (ca. 2.288,36 Euro) verdient und sie einen Nebenjob für 50.000 Yen (ca. 381,35 Euro) macht. Sie haben zwei Kinder, die zusätzlich noch eine Paukschule besuchen. Alleine der Schulstart an der Highschool würde die Familie mit Uniform, Büchern, Taschen und Fahrkarte schon 200.000 Yen (ca.1.525,40 Euro) bis 300.000 Yen kosten.

Sie haben bereits Tablets für etwa 20.000 Yen (ca.152,54 Euro) angeschafft. Die dürfen laut der Präfektur aber nicht genutzt werden, etwas, was die Mutter sehr frustriert. Fünf staatliche Schulen nutzen bereits für dieses Schuljahr Tablets und haben einen Einblick in die Anschaffungskosten gegeben.

Tablets sollen zusammen mit Zubehör und Dienstleistungen gekauft werden

Das iPad in der gewünschten Ausführung kostet um die 34.700 Yen (ca. 264,73 Euro). Tastatur und Hülle haben ein Preis von etwa 9.790 Yen (ca. 74,68 Euro). Anmelde- und Installationsgebühren kosten 8.470 Yen (ca. 64,61 Euro). Eine erweiterte Garantie für ein Jahr und Wartung für ein Jahr kosten je 4.000 Yen (ca. 30,51 Euro) und 1.980 Yen (ca. 15,10 Euro). Zusätzlich wurde ein Stift für 8.690 Yen (ca. 66,28 Euro) verlangt.

Die Bildungsbehörde von Kyoto versucht die Anschaffung der Tablets damit zu begründen, dass die Highschool nicht mehr Teil der Schulpflicht ist und Kinder sie freiwillig besuchen. Sie gaben jedoch an, dass sie an einem System für ärmere Familien arbeiten, bei dem die Geräte verliehen werden oder ein zinsloses Darlehen ermöglicht wird.

Warum sie ausgerechnet iPads wollen, wurde damit erklärt, dass es wohl bereits Probleme mit anderen Tablets gab. Es war die Bildschirmgrößen nicht ausreichend und es gab Verbindungsprobleme mit dem Wi-Fi der Schule. Dazu wird betont, dass bezahlbare Apps durch kostenlose Alternative ersetzt werden können.

Andere Präfekturen bieten Unterstützung an

Die Zentralregierung hat alle Präfekturen angewiesen, dass alle Schüler jeder Klassenstufe mit technischen Geräten ausgestattet sein sollen. Kinder sollen auch zu Hause fortschrittlich lernen und die gleichen technischen Möglichkeit haben. Ebenfalls lassen sich Aufzeichnung dauerhaft auf nur einem Gerät sammeln und verwalten.

Innerhalb von fünf Jahren soll jedes Schuldkind einen Computer, Laptop oder Tablet haben. Einen nationalen Fonds gibt es jedoch nur für Grund- und Mittelschulen, da sie verpflichtend sind. Präfekturen ist es deswegen selbst überlassen, ob sie bei Highschools finanzielle Mittel zur Unterstützung der Familien nutzen.

Zwischen diesem Januar und Februar hatten 12 Präfekturen geplant, die Geräte zu bezahlen, während 15 die Kosten auf die Eltern abwälzen. Hiroshima hat unter anderen Präfekturschulen angewiesen, dass es für arme Haushalte eine kostenlose Alternative geben soll. Zusätzlich haben sie die finanzielle Unterstützung von 2.700 Familien genehmigt.

Die Stadtregierung von Tokyo übernimmt zwar nicht die Kosten, erlaubt aber verschiedene Modelle, für die sich die Schulen selbstständig das am besten passende heraussuchen können.

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