Stats

Anzeige
Home News Kaum japanische Unternehmen schützen LGBT-Mitarbeiter

30 Prozent wollen keine Richtlinien umsetzen

Kaum japanische Unternehmen schützen LGBT-Mitarbeiter

Seit Juni gibt es in Japan ein neues Gesetz, das Menschen vor Belästigungen und Misshandlungen am Arbeitsplatz schützen soll. Auch LGBT-Mitarbeiter wurden mit einbezogen. Es wurde sich jedoch vorab schon kritisch geäußert, da Unternehmen zwar viel reden, jedoch kaum etwas umsetzen. Eine Umfrage des Ministeriums für Gesundheit, Gesundheit und Soziales bestätigte, dass es zuletzt kaum Schutz für sexuelle Minderheiten am Arbeitsplatz gab.

Das Ministerium führte die Umfrage Ende letzten Jahres durch und befragte 10.000 Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern. Es ist die erste ihrer Art und nur 2.388 antworteten. Auch bei der geringen Teilnahme sehen die Zahlen nicht gut aus. Nur etwas mehr als zehn Prozent besaßen nach eigenen Angaben Richtlinien zum Schutz der Rechte von sexuellen Minderheiten.

Kaum Gleichberechtigung bei Familie

Von den Unternehmen mit Maßnahmen gaben 41,3 Prozent an, dass sie sich bemühen bei der Belegschaft ein Bewusstsein für LGBT zu entwickeln. 38,8 Prozent bieten dazu eine interne Beratung für Mitarbeiter an. Reglungen gegen unfreiwilliges Outing hatten jedoch nur 31,8 Prozent, obwohl derartige Handlungen gesetzlich mittlerweile verboten sind.

Mehr zum Thema:  G-SHOCK verbindet die Schärfe eines Katanas mit der Technologie einer modernen Uhr

Bei der allgemeinen Gleichberechtigung sehen die Zahlen sogar noch schlechter aus. Nur 16,6 Prozent der Unternehmen erlauben gleichgeschlechtlichen Paaren einen Hochzeitsurlaub oder Trauerzeit beim Versterben des Partners. Familienzulagen haben sogar nur 8,7 Prozent der Unternehmen vorzuweisen.

Bei Mitarbeitern, die transgender sind, bieten nur 11,6 Prozent die Möglichkeit einen anderen Namen als der legale Name zu verwenden. 13,6 gaben dazu an, dass sie das Badezimmer ihres entsprechenden Geschlechts verwenden dürfen.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Reglungen

Es zeigt sich bei der Umfrage vor allem, dass die Größe der Unternehmen ausschlaggebend ist. Bei Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern hatten 41,3 Prozent Richtlinien. Bei Unternehmen zwischen 100 und 999 Angestellten waren es 9,4 Prozent und bei denen mit weniger als 100 Mitarbeitern sogar nur 3,5 Prozent.

Weiter ergab die Befragung, dass mehr als 30 Prozent aller Befragten nicht vorhaben, die Situation zu ändern. Sie wollen demnach nicht an der Gleichberechtigung am Arbeitsplatz arbeiten. In Hinsicht auf das neue Gesetz sind das schockierende Zahlen, da es eigentlich zu mehr schützenden Reglungen verpflichten soll.

Die Unternehmen, die hingegen versuchen für mehr Gleichberechtigung zu sorgen, klagen über unterschiedliche Schwierigkeiten. 50,8 Prozent haben an, dass sie es schwierig finden die Meinung und Anforderungen von LGBT-Mitarbeitern zu erfassen. Dazu wissen 40,6 Prozent nicht wirklich, welche Maßnahmen notwendig sind.

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren