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HomeNachrichten aus JapanKeine Schweigeminute für Atombombenopfern während der Olympischen Spiele

Schweigeminute wird abgelehnt

Keine Schweigeminute für Atombombenopfern während der Olympischen Spiele

MS: Die Olympischen Speie sind nicht nur ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt, sondern auch ein Symbol des Friedens. Umso größer ist nun die Enttäuschung, dass den Opfern des Atombombenabwurfs auf Hiroshima nicht gedacht wird.

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Am Sonntag bestätigt das internationale Olympische Organisationskomitee (IOC), dass es am Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima bei den Olympischen Spielen keine Schweigeminute geben wird. Die Stadt Hiroshima und eine Interessenvertretung für Atombombenüberlebende zeigte sich davon enttäuscht.

Abschlusszeremonie soll ein stiller Ersatz sein

Sie hatten den IOC-Präsidenten Thomas Bach darum gebeten, am 6. August um 8.15 Uhr, dem genauen Zeitpunkt, zu dem die Bombe explodierte, den Opfern als Teil der jährlichen Zeremonie mit einer Schweigeminute zu gedenken. Laut der Stadt soll aber das IOC die Anfrage abgelehnt haben.

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Am 8. August findet die Abschlusszeremonie der Spiele statt und dabei soll es einen Rückblick auf tragische Ereignisse in der Geschichte und verlorene Menschenleben geben. Ein Beamter des Komitees erklärte, dass man während des Abschlusssegments der Opfer gedenken soll, auch wenn man sich nicht auf einzelne Ereignisse bezieht.

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Viel zeigen sich von der Reaktion des IOCs und der ausbleibenden Antwort von Bach sehr verärgert. Der ehemalige Bürgermeister von Hiroshima, Tadatoshi Akiba, ist ebenfalls enttäuscht. Er hatte eine Petition auf Change.org für eine Schweigeminute gestartet, die bisher mehr als 16.000 Unterschriften hat.

Atombombenüberlebende fühlen sich vom IOC und Bach betrogen

Bach hatte noch am 16. Juli Hiroshima zum Olympischen Waffenstillstand besucht, um den Opfern zu gedenken und um an die globale Solidarität für den Aufbau einer friedlicheren Zukunft zu appellieren. Der Besuch war von starken Protesten überschattet worden, da die Menschen befürchteten, dass Bach den Besuch nicht ernst nimmt und ihn nur fürs Image nutzt.

Besonders Überlebende fühlen sich durch die aktuelle Situation nun in ihren Sorgen bestätigt. Toshiyuki Mimaki, amtierender Vorsitzender von Nihon Hidankyo, die zu der Japan Confederation of A- and H- Bomb Sufferers Organizations gehören, fühlt sich betrogen. Alles, was sie wollten, war, dass man sich ein bisschen Zeit nimmt. Warum Bach überhaupt nach Hiroshima gekommen ist, versteht er nicht.

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