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HomeNachrichten aus JapanKernkraftwerk Tsuruga bleibt wegen Datenmanipulation weiterhin abgeschaltet

Betreiber Japan Atomic Power soll sein System ändern

Kernkraftwerk Tsuruga bleibt wegen Datenmanipulation weiterhin abgeschaltet

In Japan werden trotz aller Kritik immer mehr Kernreaktoren wieder angeschaltet. Das Kernkraftwerk Tsuruga wird allerdings weiterhin stillstehen, nachdem die unerlaubte Änderung von wichtigen Sicherheitsdaten aufgedeckt wurde.

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Die japanische Atomaufsichtsbehörde gab am Mittwoch bekannt, dass sie die Sicherheitsbewertung für Reaktor Nummer 2 aussetzen würden, da die manipulierten Daten überprüft werden müssen. Erst wenn der Betreiber Japan Atomic Power Co. die Verwaltung von den Daten verbessert habe, würde man über eine Fortführung nachdenken.

Kernkraftwerk könnte stark erdbebengefährdet sein

NRA-Vorsitzender Toyoshi Fuketa erklärte dazu, dass die Zuverlässigkeit der Informationsaufzeichnungen notwendig sei, um zu beurteilen, ob ein Betreiber Fehler oder andere Aspekte angemessen einschätzen kann. Er kritisierte Japan Atomic Power scharf dafür, dass die Zusammenstellung ihrer Unterlagen nicht der besten wissenschaftlichen Praxis entspricht.

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Februar 2020 hatte die Behörde festgestellt, dass der Betreiber Daten zur Analyse von einer Bohruntersuchung unter der Anlage umgeschrieben hat, ohne zuvor eine Genehmigung dafür einzuholen. Die veränderten Daten betrafen überwiegend geologische Informationen, die teilweise für die Einschätzung entscheidend sind, ob das Gebiet unter der Anlage als erdbebensicher gilt oder nicht.

Allgemein ist es verboten, Kernkraftwerke über aktiven Verwerfungen zu bauen. Ob Tsuruga auf so einer Verwerfung steht, lässt sich aufgrund der veränderten Daten jedoch nicht genau sagen.

Erklärung des Betreibers überzeugt nicht

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Japan Atomic Power gibt an, dass sie unbeabsichtigt die Daten geändert hätten und dass es nur eine Reaktion auf die neue Beobachtungsmethode der Verwerfung gewesen sein. Die Behörde glaubt das allerdings nicht ganz und Fuketa bezeichnete die Erklärung sogar als lächerlich.

Grund für das große Misstrauen sind Berichte aus den letzten Jahren. So soll Japan Atomic Power mehrmals versucht haben, ein geologisches Expertengutachten von März 2015 zu widerlegen, in dem vermutete wird, dass die Verwerfung aktiv ist.

Für Japan Atomic Power ist es nicht der erste Rückschlag für dieses Jahr. Im März wurde angeordnet, dass Tokai Nummer 2 stillgelegt werden muss, da es für die Umgebung keine Evakuierungspläne gibt. Zuvor hatte die Atomaufsichtsbehörde der Anlage die Genehmigung für eine Wiederinbetriebnahme ausgestellt.

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