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Keine Hilfe von der Regierung

Kinder von Krankenschwestern werden von vielen Kindertagesstätten ausgeschlossen

Die Kinder von medizinischem Personal, werden von vielen Kindertagesstätten in Japan ausgeschlossen, da viele Angst davor haben, dass diese Kinder mit dem Coronavirus infiziert sind.

Einige Betreuungseinrichtungen gehen sogar so weit, dass sie die Kinder nur aufnehmen, wenn ein Test gemacht wurde.

Medizinisches Personal muss sich wegen der Situation beurlauben lassen

Da die meisten Schulen und andere Einrichtungen geschlossen sind, wächst damit die Belastung für Menschen, die im medizinischen Bereich tätig sind.

Mittlerweile müssen sich immer mehr Mitarbeiter von Krankenhäusern Urlaub nehmen, da sie nicht wissen, wohin sie ihr Kind geben sollen, wenn sie arbeiten sind.

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Krankenhäuser in Tokyo stehen wegen der Diskriminierung des Personals an einem kritischen Punkt

Das Gifu University Hospital berichtet von einem Anrufer, der sagte, dass er zu einem Eltern-Lehrer-Verein gehört und darum bat, dass die Kinder des medizinischen Personals nicht mehr in die Schule kommen sollte.

Japan hat noch keine Infektionsrate wie andere Industrienationen erreichen, doch die Menschen müssen mit mehr Diskriminierung kämpfen. Das wiederum kann dazu führen, dass medizinisches Personal knapp wird.

Diskriminierung von Opfern ist in Japan nichts Neues

Die Diskriminierung von Opfern von Traumata oder Katastrophen ist in Japan nichts Neues. Auch Überlebende der Atombombenanschläge von Hiroshima und Nagasaki und jüngst die Menschen, die nach einem Erdbeben und Tsunami im Jahr 2011 in der Nähe des Atomkraftwerks Fukushima waren, werden von der Gesellschaft gemieden.

„Es gibt wachsende Vorurteile und Diskriminierung von Menschen im medizinischen Bereich“, sagte Shigeru Omi, der stellvertretende Leiter des Beratungsgremiums der Regierung. „Es dehnt sich sogar auf ihre Familien aus.“

Das Bildungsministerium forderte Anfang des Monats die Schulen auf, solche Vorurteile zu bekämpfen, da sie das Gesundheitssystem schwächen könnten. Viel gebracht hat diese Aufforderung bisher allerdings nicht.

Laut Yoshio Ogura, dem Verwaltungschef des Sagamihara-Zentralkrankenhauses in der Nähe von Tokyo, in dem im vergangenen Monat eine Häufung von Infektionen bei Mitarbeitern und Patienten auftrat, haben einige Krankenschwestern eine Auszeit genommen, nachdem ihre Kinder nicht mehr zur Kinderbetreuung durften. Das habe zu Problemen geführt, genügend Personal für den Betrieb der Einrichtung und die Durchführung einer Behandlung zu finden. „Die Leute scheinen das Bild zu haben, dass jeder, der hier arbeitet, infiziert ist“, so Ogura.

Nobuo Murakami, Professor am Gifu-Universitätskrankenhaus, in dem Anfang des Monats drei Ärzte infiziert wurden, sagte, mehr als 20 Mitarbeiter seien von Kindertagesstätten und Kindergärten gebeten worden, ein medizinisches Attest vorzulegen. Das Krankenhaus müsse die Verantwortlichen davon überzeugen, dass man nicht garantieren kann, dass jemand nicht infiziert ist, fügte Murakami hinzu.

Manchmal ist die Diskriminierung subtiler. Eine Krankenschwester im Krankenhaus von Gifu wurde am Betreten eines Klassenzimmers gehindert, als sie ihre beiden Kinder in einer Tagesstätte absetzte. Bei einer anderen Gelegenheit sah sie, wie ein Kind nach dem Spiel mit ihrem eigenen Kind vorsichtig seine Kleider abgebürstet hat.

Öffentliche Entschuldigung von Stars ist eine Einladung

Ein tief verwurzelter Drang, seinen Mitmenschen keine Schwierigkeiten zu bereiten, macht es leicht, diejenigen, die krank werden, als das Problem darzustellen, so Reo Morimitsu, klinischer Psychologe im Suwa Krankenhaus. Öffentliche Persönlichkeiten, die sich dafür entschuldigen, infiziert zu sein, ermutigen Menschen, die Erkrankten als Täter dazustellen.

Viele Schauspieler, Nachrichtensprecher und Athleten in Japan haben sich öffentlich dafür entschuldigt, an COVID-19 erkrankt zu sein.

„Das erweckt den falschen Eindruck, dass der Einzelne selbst schuld sei, wenn er infiziert wird“, so Morimitsu. Diejenigen, die mit Pflichtbewusstsein arbeiten und gleichzeitig einer ernsthaften Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind, werden von der Gesellschaft, der sie helfen, diskriminiert. „Nichts könnte schmerzhafter sein.“

TJT

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