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HomeNachrichten aus JapanKindesmisshandlung und häusliche Gewalt nahm 2018 in Japan erneut zu

Regierung will mehr gegen Süchtige unternehmen

Kindesmisshandlung und häusliche Gewalt nahm 2018 in Japan erneut zu

Das Jahr geht langsam zu Ende und allmählich gibt es die restlichen Statistiken zu 2018. Die Polizei hat dabei leider wieder schlechte Nachrichten im Bereich Kindesmissbrauch und häuslicher Gewalt. Die Zahlen sind erneut gestiegen und zeigen eine negative Entwicklung.

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Das japanische Justizministerium bestätigt in seinen Whitepapers, dass die Fälle weiter ansteigen. Nach Berichten der Polizei gab es letztes Jahr um die 817.000 Straftaten. Das ist zwar ein neues Rekordtief seit dem Zweiten Weltkrieg und eine Senkung zum 16. Mal in Folge – aber die Zahlen bei Kindesmisshandlungen sind erschreckend hoch.

Bessere Unterstützung von Süchtigen

Seit 2003 gab es bis letztes Jahr einen Anstieg um das 6,5-fache. Bei Fällen von häuslicher Gewalt sieht es sogar noch schlimmer aus. Dort gab es seit 1989 einen Anstieg, der 2018 das 12-fache erreichte. Da die Statistik in beiden Bereichen nur die Festnahmen verzeichnet, werden die eigentlichen Zahlen der Fälle deutlich höher liegen. Die japanische Regierung änderte bereits das Gesetz zum Kindeswohl, nachdem es zu mehreren Todesfällen kam, die landesweites Aufsehen erregten. Insgesamt soll es letztes Jahr mindestens 37.000 Opfer von Kindesmisshandlung gegeben haben.

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Viele sehen die aktuelle Gesetzeslage jedoch in vielerlei Hinsicht als nutzlos an. Zwar verbietet es das Gesetz, Kinder weder körperlich noch seelisch zu bestrafen, allerdings droht Erziehungsberechtigten keine Strafe, wenn sie ihr Kind doch misshandeln. Viele sind sich deswegen sicher, dass es keine große Veränderung bei den Zahlen gibt, wenn das Gesetz nächsten April in Kraft tritt.

Neben den Misshandlungsfällen erfasste das Justizministerium ebenfalls noch andere Straftaten. Diebstähle sind zurückgegangen und machen zwischen 70 und 80 Prozent der Gesamtzahl der Festnahmen aus. In einem anderen Whitepapers betonte das Ministerium die Bekämpfung von Drogenabhängigen, um die Zahlen der Wiederholungstäter zu verhindern. Süchtige würden aufgrund ihrer Umgebung und den psychischen Problemen besonders in Schwierigkeiten geraten.

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Das Ministerium gibt dazu an, dass öffentliche und private Organisationen den Menschen langfristig Unterstützung bieten müssen. Japans Regierung selbst geht bereits seit einer Weile verschärft gegen Drogenkonsum und Drogenhandel vor.

NHK

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