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Kleine Büros werden immer beliebter

Kleine Würfelbüros sollen beim Homeoffice helfen

Da Unternehmen in Japan vermehrt auf Homeoffice setzen, werden immer mehr Würfelbüros – also kleine schallisolierte Büros, die 1 Meter Durchmesser haben und zwei Meter hoch sind – aufgebaut.

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Diese Büros sollen Büroangestellten helfen, zum Beispiel jederzeit an einem Onlinemeeting teilnehmen zu können. Als Schutzmaßnahme gegen eine Infektion sind sie zusätzlich mit Ventilatoren ausgestattet.

Hohe Nachfrage nach Würfelbüros

Immer mehr Menschen nutzen diese Würfelbüros, wodurch sich mittlerweile ein neues Geschäftsmodell entwickelt hat und die Anbieter sich gegenseitig mit immer neuen Dienstleistungen überbieten.

Einer dieser Anbieter ist die Firma V-Cube, ein gemeinsames Unternehmen von Okamura Corp. und Mitsubishi Estate Co, das im August letzten Jahres gegründet wurde und durch die Pandemie eine große Nachfrage erlebt.

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Seit August hat V-Cube ihre Würfelbüros in Bahnhöfen und in den Empfangshallen von Bürogebäuden aufgebaut. Bis Ende September wurden in ganz Japan 87 Kabinen aufgebaut, die Zahl soll bis 2023 auf über 1.000 steigen.

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Mittlerweile hat auch East Japan Railway damit begonnen, Würfelbüros an seinen Bahnhöfen einzurichten.

Klein, aber mit dem nötigsten ausgestattet
Klein, aber mit dem nötigsten ausgestattet. Bild: AS

Etwa 42.000 Menschen haben sich für den Dienst angemeldet, um die Arbeitsräume zu nutzen. Einige der Kabinen haben im Laufe des Tages oft keine freien Termine mehr, wie ein Sprecher des Bahnbetreibers sagt. Das Unternehmen plant bis 2025 über 1.000 dieser Würfel zu installieren.

Unter dem Markennamen CocoDesk betreibt die Fuji Xerox Co. 40 Würfelbüros an 21 Standorten in Tokyo. Das Unternehmen will aufgrund der hohen Nachfrage nach Osaka und Nagoya expandieren. CocoDesk-Stände kosten 250 Yen für 15 Minuten. Für Firmenkunden werden Ermäßigungen angeboten.

Homeoffice wird in Japan immer beliebter, aber es gibt noch Probleme

Eine Umfrage bestätigt, dass Homeoffice bei Arbeitnehmern gut ankommt. Mehr als 80 Prozent der Befragten einer Umfrage des japanischen Gewerkschaftsbundes Rengo sagten, dass sie auch weiterhin außerhalb des Büros arbeiten möchten.

Allerdings gibt es auch noch einige Probleme, die gelöst werden müssen. Viele der Befragten gaben an, dass es manchmal unmöglich ist Arbeit und das Privatleben voneinander zu trennen, insbesondere wenn Kinder im Haushalt leben. Daher rechnen die Anbieter der Würfelbüros mit einem deutlichen Anstieg der Nachfrage auf die Kabinen.

Außerdem planen einige Unternehmen mittlerweile diese schallisolierten Kabinen auch in Wohnungen zu installieren. Nippon Steel Kowa Real Estate plant Kabinen in einem Wohnkomplex einzubauen, der im Dezember fertiggestellt wird.

Auch Internetcafés und Karaoke-Läden mischen mit

Aber nicht nur Würfelbüros sind gefragt, immer mehr Menschen mieten sich in Internetcafés oder Karaoke-Bars ein – nicht um zu feiern, sondern um in Ruhe arbeiten zu können. Die Unternehmen stellten sich auf diese Kundschaft ein, indem sie besondere Angebote einführten, die sich speziell an die Menschen richten, die im Homeoffice arbeiten.

So auch das Unternehmen Big Echo, das Karaoke-Läden in Japan betreibt und mittlerweile Mietbüros anbietet. Seit Juli hat sich der Umsatz des Unternehmens verdreifacht, da die Nachfrage in die Höhe geschossen ist.

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