Anzeige
HomeNachrichten aus JapanKodansha schmeißt Manga nach Missbrauchsvorwürfen aus dem Programm

Verlag war lange ahnungslos

Kodansha schmeißt Manga nach Missbrauchsvorwürfen aus dem Programm

Der Verlag Kodansha Ltd. stellt nun mehrere seiner Manga-Reihen für Mädchen ein, nachdem der für sie eigentlich zuständige Autor wegen des sexuellen Übergriffs auf ein Grundschulmädchen verurteilt wurde.

Anzeige

Der Verlag stoppt die Reihen „Harapeko Penguin Cafe“ und „Tom to Jerry: Nanairo“, die bisher im Magazin „Nakayoshi“ erschienen waren. Nach ihren Angaben war das Team mit dem Namen „Chara Chara Makiart“ für beide Titel verantwortlich gewesen. Zu der Gruppe hatte auch die nun verurteilte Person gehört.

Gewalt, Kinderprostitution und Pornografie

Einer der beiden Mangaka war bereits im Mai dieses Jahres festgenommen worden. Er wurde verdächtig, ein Mädchen von Frühjahr bis Sommer 2020 immer wieder angegriffen zu haben. Ein Fall, der sich in die vielen dieses Jahres einreiht. Allein 2020 wurden in Japan 200.000 Fälle von Kindesmissbrauch gemeldet.

LESEN SIE AUCH:  Japan will Konsequenzen für Lehrkräfte, die wegen Missbrauch verurteilt wurden, verschärfen

Letztendlich wurde er wegen gewaltsamer Unanständigkeit, Kinderprostitution und Kinderpornografie angeklagt und das Bezirksgericht von Kyoto verhängte am 25. November eine dreijährige Haftstrafe, die für fünf Jahre mit Bewährung ausgesetzt wurde. Am 14. Dezember wurde seine Verurteilung von offizieller Seite gemeldet.

Kodansha wusste lange nichts von dem Fall

Erst Ende Oktober erfuhr der Verlag von dem Fall. In einer entsprechenden Stellungnahme heißt es: „Es gab keinen Bericht (von dem Mann), und da die Zeichnungen vom Co-Autor angefertigt wurden, wurde uns das Manuskript wie gewohnt zugesandt, sodass wir auch nach der Anklageschrift nichts von dem Fall erfahren konnten.“

Anzeige

Kodansha entschuldigte sich daraufhin auf seiner offiziellen Website. Dort ist zu lesen, der Mann sei „einer verabscheuungswürdigen und böswilligen Handlung, die nicht toleriert werden kann“ für schuldig befunden worden. Außerdem würden sie mit Rückerstattungen reagieren oder auch eine Rücksendung der Comics akzeptieren.

Anzeige
Anzeige