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Regierung will genaue Klarstellung

Komiker verärgert mit falscher Aussage die Regierung von Tokyo

Japanische Politiker sind meisten ziemlich ernste Gesellen und verstehen in ihrem Job nur wenig Spaß. Das musste nun auch ein Komiker erfahren, der bei seiner Show eine falsche Aussage machte und damit die ganze Regierung von Tokyo verärgerte.

Cunning Takeyama hatte am 28. März während der Live-Show „Akko ni Omakase!“ auf dem Sender Tokyo Broadcasting System Inc. (TBS) einige Witze über die Regierung gemacht. Er gab dabei an, dass eins der Corona-Videos zur Aufklärung der Bevölkerung, in denen unter anderen die Tokyo Gouverneurin Yuriko Koike zu sehen war, um die 470 Millionen Yen (3,6 Millionen Euro) gekostet hat.

Tokyos Regierung fordert umfassende Richtigstellung

Das war allerdings nicht ganz korrekt. Takeyama entschuldigte sich noch während der Sendung für den Fehler und korrigierte ihn. Die genannte Summe waren die Kosten für die komplette Kampagne und das besagte Video hatte nur 18 Millionen Yen (137.920 Euro) gekostet.

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Die Regierung von Tokyo reagierte allerdings anschließend sehr verärgert und protestierte bei TBS sowie der Agentur des Komikers. Es wurde gefordert, dass der Sender eine Berichte auf Grundlage der korrekten Fakten macht, damit die korrekten Fakten ausreichend an alle Einwohner von Tokyo vermittelt wird.

Die Boulevardzeitung Nikkan Gendai berichtete am 1. April online über die Forderung und schnell brach online Empörung aus. Viel verstanden nicht, wieso die Regierung gegen den Komiker vorgeht und sie warfen ihr Unterdrückung der Meinungsäußerung vor.

Viele stehen auf der Seite des Komikers

Wenig Verständnis zeigte auch der ehemalige Tokyo Gouverneur Yoichi Masuzoe. In einem Post erklärte er, dass die Regierung Takeyama vermutlich nervig findet, da er in letztere Zeit viele Probleme von ihnen angesprochen hat. Die Reaktion von Tokyo sei dabei mehr die eines totalitären Staates, so Masuzoe.

Auf der anderen Seite gab es aber auch Personen, die Verständnis für die Regierung hatte. Es sollte nicht vergessen werden, dass so ein Irrtum ziemlich große Auswirkungen haben kann und der indirekte Vorwurf der Steuerverschwendung immer noch eine schwere Anschuldigung ist.

Es wurde darauf hingewiesen, dass Stars in Live-Sendungen sich ausreichend informieren sollen, wenn sie zu solchen ernsten Themen sprechen. Takeyama hätte den Fehler verhindern können und damit rechnen müssen, dass er einen gewissen Einfluss auf die Zuschauer hat, auch wenn seine Absichten gut waren.

Sender reagiert auf die Bitte

Besonders weil die Menschen zurzeit wegen Corona sehr unzufrieden sind und es bereits Vorwürfe wegen Verschwendung gibt, war eigentlich zu erwarten, dass es zu heftigen Reaktionen kommen wird. Die Forderung nach einer Umfassenden Korrektur hat deswegen auch nichts mit der Einschränkung der Meinungsfreiheit zu tun.

Nach all dem Aufruhr meldete sich ein Beamter des Office of the Governor for Policy Planning zu Wort. Ihnen war bewusst, dass Takeyama sich in der Sendung korrigiert hat. Sie baten trotzdem darum einen Bericht zu machen, da sie zahlreiche verärgerte Anrufe nach der Sendung erhielten. TBS kam der Bitte der Regierung am 4. April nach und entschuldigte sich erneut für den Fehler.

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