Anzeige
HomeNewsKommentar: Japans Impfkampagne mit großen Versprechen Richtung Olympia

Viele Probleme und noch mehr Versprechen

Kommentar: Japans Impfkampagne mit großen Versprechen Richtung Olympia

Japans Impfkampagne läuft sehr langsam, aktuell sind gerade mal weniger als 1 Prozent der Bevölkerung des Landes vollständig geimpft. Die Tatsache, dass in drei Monaten die Olympischen Spiele in Tokyo stattfinden, hilft auch nicht dabei die Kampagne zu beschleunigen.

Die Organisatoren der Spiele werden nicht müde dabei zu betonen, dass die Impfungen keine Voraussetzungen für die Spiele sind, auch die Teilnehmer müssen sich nicht vor der Ankunft in Japan impfen lassen und es gibt keine Pläne, dass sie direkt am Austragungsort geimpft werden.

Bürokratie und Vorsicht verzögern die Impfkampagne

Der Grund, wieso die Impfkampagne in Japan so langsam läuft, liegt für Experten an einer Mischung aus Vorsicht und bürokratischen Hürden. Mittlerweile beginnt dies allerdings die Meinung der Menschen zu belasten, wie aktuelle Umfragen zeigen.

LESEN SIE AUCH:  LDP-Generalsekretär spricht offen über eine Absage der Olympischen Spiele in Tokyo

Die japanische Regierung hatte betont, vorsichtig zu sein, um Vertrauen in die Impfstoffe aufzubauen, allerdings erkennen immer mehr Menschen, dass es sehr langsam läuft, insbesondere wenn sie die Kampagnen mit anderen Ländern vergleichen.

Es dürfte also auch niemanden verwundern, dass die Ablehnung der Olympischen Spiele in Japan sehr groß ist. Die Situation könnte allerdings dazu führen, dass sie noch größer wird.

Große Versprechen von der Regierung

Insbesondere da in mehreren Regionen in Japan ab Sonntag der Ausnahmezustand zum dritten Mal seit Beginn der Pandemie gilt. Auch in Tokyo, wo die Spiele immerhin stattfinden werden. Von der japanischen Regierung gibt es großspurige Versprechen, es soll genügend Impfstoff bis September verfügbar sein, alle älteren Menschen werden ab Juli geimpft sein usw. Glaubwürdig ist dies allerdings nicht, da es sehr viele Probleme gibt, angefangen mit dem zeitlichen Ablauf und das bisher nur ein Impfstoff zugelassen ist.

Die Impfkampagne begann in Japan im Februar, zuerst aber nur für die rund 4,8 Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Davon sind aktuell allerdings gerade einmal 1,1 Millionen Menschen geimpft und das auch nur mit der ersten Dosis. Anfang April begann man dann damit, alle Menschen ab 65-Jahre zu impfen. Das Problem ist allerdings, dass viele Städte gar nicht wissen, wie sie das machen sollen. Es fehlt an Impfdosen und an medizinischem Personal.

Überall Probleme

Alle diese „Kleinigkeiten“ stärken nicht gerade das Vertrauen in die Olympischen Spiele, die allerdings trotzdem abgehalten werden sollen. Auch, dass die Stadtverwaltung von Tokyo festgestellt hat, dass im April 90 Prozent aller gemeldeten Infektionen von Mutationen des Coronavirus ausgelöst wurden, ändert nichts an der Haltung der Organisatoren und der Regierung.

Dabei sind die Spiele durch die Pandemie bereits jetzt schon gebeutelt. Zuschauer aus dem Ausland dürfen nicht dabei sein, die Frage, ob Zuschauer aus dem Inland dabei sein dürfen, soll im Juni geklärt werden.

Und die Tatsache, dass Japan bis zur Eröffnungsfeier nie die Herdenimmunität erreichen wird, auch wenn die Regierung ein Versprechen nach dem anderen herausposaunt, zeugt nicht davon, dass die Olympischen Spiele eine Veranstaltung werden wird, wie wir sie gewohnt sind.

Anzeige
Anzeige

Weitere Themen