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Regierung reagiert zu zögerlich

Kommentar: Japans Regierung steht dem Coronavirus hilflos gegenüber

Das Coronavirus breitet sich in Japan immer schneller aus und es hat den Anschein, als stünde die japanische Regierung der Situation mittlerweile hilflos gegenüber.

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Das Gesundheitssystem im Land ist komplett überlastet, man könnte sagen, es ist bereits zusammengebrochen. Immer mehr Menschen werden nicht mehr behandelt und selbst Menschen, die mit dem Virus infiziert sind, müssen zu Hause warten, bis ein freies Bett verfügbar ist.

Coronavirus führt zu total überlasteten Krankenhäusern

Dass die Mitarbeiter in den Krankenhäusern überlastet sind, braucht man an dieser Stelle eigentlich nicht erwähnen.

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Die Regierung reagiert allerdings weiter nur halbherzig. Mittlerweile wurde zwar der Ausnahmezustand für Tokyo und 10 weitere Präfekturen ausgerufen, allerdings ist es eine „Light-Variante“. Eine Entlastung, wenn tagsüber eigentlich alles normal läuft und erst abends Einschränkungen in Kraft treten, darf man nicht erwarten.

Dazu kommt, dass die geforderte Reduzierung der Pendler um 70 Prozent nicht funktioniert und das nicht nur, weil viele Arbeitnehmer gar keine Wahl haben und in den Betrieb fahren müssen, sondern weil sich  mittlerweile eine gewisse Müdigkeit eingestellt hat. Zwar hat der Ausnahmezustand bei vielen Menschen die Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht, wieder ins Gedächtnis gerufen, trotzdem sind nicht gerade wenige es leid, sich einschränken zu müssen.

Keine konkrete Ansage der Regierung

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Hier könnten konkrete Ansagen der Regierung helfen, aber noch gibt es keine rechtliche Grundlage dafür und Japans Premierminister wird eh als zu führungsschwach angesehen. Suga macht allerdings wirklich keine gute Figur, erst wehrt er sich vehement gegen den Ausnahmezustand, dann geht alles ganz schnell. Das gleiche Spiel war auch bei den Reisesubventionen zu beobachten, die ebenfalls sehr spontan gestoppt wurden, nach wochenlanger Kritik.

Um der Lage Herr zu werden, sollen jetzt Strafen für die Bevölkerung werden, wenn sie sich nicht an Maßnahmen halten. Auch für Unternehmen, die trotz Ausnahmezustand öffnen und für Krankenhäuser, wenn sie nicht genug Betten zur Verfügung stellen. Aber auf die Idee, eine klare Ansage zu machen, kommt die japanische Regierung nicht. Und so wirkt es, dass es kein Verständnis dafür gibt, wieso die Zurückhaltung, für die die japanische Bevölkerung eigentlich bekannt ist, nicht mehr klappt. Die Ratlosigkeit, die die japanische Politik der Pandemie gegenüber steht, macht sich daher täglich mehr bemerkbar.

Es muss etwas passieren

Dabei müsste dringend etwas passieren, denn wie bereits erwähnt: das Gesundheitssystem ist überlastet. Aber es gibt keine Ideen, denn was bringen Strafen, wenn das Personal überlastet ist oder gar keine Fachkräfte da sind, die diese Betten, die benötigt werden, bedienen können mit all den Gerätschaften? Dabei schien es lange Zeit so, als hätte Japan die Pandemie locker in den Griff bekommen. Die Zahlen waren lange Zeit eher gering, es gab genug Betten und es wurden sehr schnell Einreisebeschränkungen beschlossen.

Dann dachte man, man hätte die Situation unter Kontrolle, denn es wurden Maßnahmen gelockert, die Menschen angehalten zu Reisen und versucht die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Trauriges Fazit

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Und nun? Die Infektionszahlen steigen, mittlerweile auf über 300.000, Mitte Dezember waren es noch 200.000. Es hat sich gezeigt, dass die Regierung zu sehr gezögert hat, neue Maßnahmen zu ergreifen. Außerdem wird die Wirtschaft wie Glas behandelt. Bloß nichts kaputt machen heißt aktuell die Devise.

Das Fazit ist traurig, schnell steigende Infektionszahlen, immer mehr Menschen sterben, immer mehr Menschen müssen mit schweren Symptomen behandelt werden, Krankenhäuser, die am absoluten Limit arbeiten und ein Ausnahmezustand der keiner ist. Am Ende steht Japans Regierung vor einem großen Scherbenhaufen und viele Menschen haben die zögerliche Reaktion mit ihrem Leben oder ihrer Existenz bezahlt.

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