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HomeNachrichten aus JapanKommentar: Olympischen Spiele in Tokyo halten die selbst gesteckten Werte nicht ein

Viele große Worte, die nicht eingehalten worden

Kommentar: Olympischen Spiele in Tokyo halten die selbst gesteckten Werte nicht ein

Die Olympischen Spiele in Tokyo werden von den Verantwortlichen gerne „Spiele des Friedens“ bezeichnet, aber davon sind sie weit entfernt, da die kommerziellen Aspekte überwiegen.

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Im Laufe der Organisation kam es zu einer langen Liste von Pannen und Skandalen, zum Beispiel machten Mitarbeiter in der Öffentlichkeit zweifelhafte Aussagen.

Olympische Spiele sind nur ein kommerzielles Spektakel

Wenn man auf die acht Jahre, seitdem sich Tokyo für die Olympischen Spiele beworben hat, zurückblickt, erkennt man recht schnell, dass es sich nur um ein kommerzielles Spektakel handelt. Auf einer Pressekonferenz am 22. Juli sagte die Präsidentin des Organisationskomitees, Seiko Hashimoto, mit Blick auf die Vorbereitungszeit für die Spiele: „Wir haben hart gearbeitet, um der Welt eine positive Botschaft zu senden.“

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Doch in der Realität sieht das anders aus, das spiegelt auch die Eröffnungszeremonie wider, bei der viele Menschen, die sich in der japanischen Unterhaltungs- und Werbeindustrie einen Namen gemacht haben, beteiligt sind. Kyoko Raita, Professorin an der Fakultät für Gesundheits- und Sportwissenschaften der Chukyo Universität, fasst dies mit den Worten zusammen, dass man geschaut hat, was ein Hit wird und sich verkaufen lässt.

Man könnte nun natürlich argumentieren, dass die Spiele auch sehr viel gekostet haben und man das Geld wieder erwirtschaften muss, allerdings passt dies nicht zu den selbst gesteckten Werten.

Spiele zeigen die Kluft zwischen Japan und dem Rest der Welt

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Die Spiele 2020 sollten die „Olympischen Spiele der Erholung und des Wiederaufbaus“ nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im März 2011 sein, ein Spiel, das Unterschiede in Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung und das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Behinderungen akzeptiert.

Alles unter dem Banner der „Einheit in der Vielfalt“. Straßendekorationen und andere Gegenstände preisen ein weiteres Motto der Spiele an, „United by Emotion“. Aber eine schleichende Oberflächlichkeit steht im Gegensatz zu diesen ehrenwerten Ideen.

Japan scheint der Fantasie nachgegangen zu sein, die Träume der Spiele von 1964 wieder aufleben zu lassen. Doch mit der Ausrichtung mehr als ein halbes Jahrhundert später hat das Land eine Bühne für die Spiele geschaffen, die das Ausmaß der Kluft zwischen Japan und der Welt in Bezug auf gesellschaftliche und menschenrechtliche Fragen überdeutlich macht.

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