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Warnungen werden ignoriert

Kommentar: Zuschauer bei den Olympischen Spielen zeigen die Ignoranz der Organisatoren

Die Entscheidung ist gefallen, bei den Olympischen Spielen in Japan dürfen Zuschauer dabei sein. Zwar wird es keine vollen Stadien geben, aber bis zu 10.000 Menschen sollen zugelassen werden.

Ein Zustand, vor denen Gesundheitsexperten und Wissenschaftler gewarnt haben, denn die Pandemie ist noch nicht vorbei und die Befürchtungen sind groß, dass diese Entscheidung  dazu führen könnte, dass das Virus sich in Japan wieder schneller ausbreitet.

Warnungen werden komplett ignoriert

Allerdings ignoriert die Politik und das Organisationskomitee der Olympischen Spiele nicht nur Experten, sondern auch die Meinung der Mehrheit der japanischen Bevölkerung, die ebenfalls sagt, dass die Spiele lieber ohne Zuschauer stattfinden sollten.

Zwar wird versucht, zu beschwichtigen und immer wieder betont, dass die Spiele sicher stattfinden und wenn nicht für einen Anstieg der Infektionszahlen verantwortlich sein werden, aber so wirklich glauben, will das niemand, denn die japanische Regierung hat im Kampf gegen die Pandemie bereits sehr viel versprochen, aber nur wenig eingehalten.

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Die Entscheidung, Zuschauer zuzulassen, beruht auf den Corona-Maßnahmen der japanischen Regierung. Der Ausnahmezustand ist vorbei und es dürfen wieder Menschen bei Großveranstaltungen dabei sein.

Die Formel besagt, dass maximal 10.000 Menschen anwesend oder 50 Prozent der Kapazität eines Veranstaltungsortes ausgelastet sein dürfen, solange die maximale Personenanzahl nicht überschritten wird.

Zuschauer trotz Warnungen

Allerdings wird dabei vergessen, dass die Olympischen Spiele keine reine inländische Veranstaltung sind und viele Menschen aus dem Ausland dafür nach Japan kommen. Anders als bei einem Fußballspiel oder Musikkonzert.

Schätzungen besagen, dass eine große Anzahl von Menschen jeden Tag die Veranstaltungsorte besuchen wird, selbst wenn bei einer konkreten Veranstaltung der Spiele dann nur 5.000 Zuschauer dabei wären. Immerhin hat man die Spiele ja nicht jeden Tag praktisch vor der Haustür.

Die Warnungen der Experten beinhalten eine Empfehlung, dass bei dem kleinsten Anzeichen auf einen Anstieg der Infektionszahlen oder einer Überlastung des Gesundheitssystems die Regierung die Regeln sofort ändern und Zuschauer ausschließen müsste.

Die Organisatoren wollen allerdings einen flexibleren Ansatz verfolgen, der Fans nicht gleich ausschließt.

Politik darf sich in ihrer Entscheidung nicht von den Spielen beeinflussen lassen

Dies führt dazu, dass die Sorge, dass die Olympischen Spiele zum Hauptgrund für erneut steigende Infektionszahlen werden könnten, wächst. Denn einen flexiblen Ansatz haben die Menschen in Japan bereits durch drei Ausnahmezustände kennengelernt. Ein hartes Einschreiten seitens der Regierung gab es nie, aber die Maßnahmen wurden immer innerhalb kürzester Zeit gelockert.

Die Politik steht jedenfalls hinter den Spielen, aber die Entscheidung, härtere Maßnahmen zu ergreifen, darf kein haltloses Versprechen sein, das von der Veranstaltung beeinflusst wird.

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