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Kein lukratives Unterfangen

Kommerzieller Walfang in Japan kämpft ums Überleben

Als Japan den kommerziellen Walfang vor einem Jahr wiederaufgenommen hat, hagelte es weltweite Proteste.

Es ist allerdings auch schwer zu verstehen, wieso der Walfang in Japan unbedingt sein muss, denn im Land selbst wird kaum noch Walfleisch gegessen. Dies hat dazu geführt, dass der kommerzielle Walfang mittlerweile um sein Überleben kämpft.

Coronavirus lässt Preise für Walfleisch sinken

Eigentlich wollten Walfänger aus der Abhängigkeit von staatlichen Subventionen heraus, aber der Ausbruch des Coronavirus hat ihnen einen großen Strich durch die Rechnung gemacht.

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Denn die Pandemie führt dazu, dass die Preise für Walfleisch deutlich gefallen sind, kostete ein Kilo Walfleisch im Großhandelsmarkt Hachinohe, in der Präfektur Aomori, bis Mitte Juni zwischen 3.000 und 4.000 Yen sind die Preise im Juni auf weniger als die Hälfte gefallen.

Insbesondere geschlossene Restaurants haben zu dem Preissturz geführt, denn im Supermarkt sind die Preise für den Endverbraucher gleich geblieben.

Walfang kämpft mit der Jugend

Walfleisch sollte schnell wieder populär werden in Japan, allerdings haben die Jäger und auch die Händler neben der Pandemie mit etwas anderen zu kämpfen: der Jugend.

Wer nämlich noch nie Walfleisch gegessen hat, wird auch weiterhin eher ein geringes Interesse zeigen, es zu essen und damit wird die eh schon geringe Nachfrage in Japan weiter schwinden.

Trotzdem versuchen Walfänger alles daran zu setzten, den Walfang zu einem lukrativen Geschäft zu machen, auch wenn sie den Markt mit Fleisch überschwemmen müssen.

Der Präsident von Kyodo Senpaku Co., ein in Tokyo ansässiges Unternehmen, das Walfänger betreibt, ist der Meinung, dass die Fangquote für die Tiere deutlich ausgeweitet werden muss.

Nur damit könnte das Unternehmen für eine stabile Bewirtschaftung seiner Fangflotte sorgen, denn der Treibstoff und die Arbeitskosten sind hoch.

Japanische Regierung muss subventionieren

Walfleisch ist also ein ziemlich unwirtschaftliches Unternehmen, daher muss auch die japanische Regierung einspringen. 2020 hat sie 5,1 Millionen Yen an Subventionen zur Verfügung gestellt.

„Die Hilfe ist eine vorläufige Maßnahme, um Walfängern zu helfen, finanziell unabhängig zu werden“, so ein Mitarbeiter der Fischereiagentur. „Walfänger erhöhen die Kostensenkung, um rentabel zu werden.“

An eine Anhebung der Fangquote ist jedoch nicht zu denken und auch den Konsum von Walfleisch zu erhöhen ist nicht so einfach zu bewerkstelligen.

Dazu kommt die Pandemie, die noch mehr dazu beiträgt, dass der Walfang unrentabel wird und Experten rechnen damit, dass viele Walfänger aufgeben müssen.

Wirtschaftlich gesehen ist das für die Menschen natürlich nicht gut, aber dafür für die Tiere.

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