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Kommunen in Japan bieten Versicherungen für Schäden von demenzkranken Menschen an

Schätzungen zufolge sollen bis 2025 bis zu sieben Millionen Menschen in Japan an Demenz erkrankt sein. Daher führen immer mehr Kommunen im Land Versicherungen für Unfälle ein, die von an Demenz erkrankten Menschen unabsichtlich verursacht wurden.

Mittlerweile sind es 39 Kommunalverwaltungen in ganz Japan, die eine Versicherung für ältere Menschen anbieten. Diese Versicherungen übernehmen einen gewissen Prozentsatz der Kosten, die bei einem Unfall entstehen, bis die private Versicherung des Verursachers zahlt.

Keine Deckung bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen

Die Versicherungen decken Unfälle wie die Beschädigung von Waren beim Einkaufen und die Verletzung eines Fußgängers beim Fahrradfahren ab, schließen jedoch solche aus, die die Verwendung von Kraftfahrzeugen betreffen.

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Das Spektrum der versicherten Senioren, die Höhe der Entschädigung und der Prozentsatz der versicherten Summe unterscheiden sich zwischen solchen Programmen, die von den Verwaltungen von Städten, Gemeinden und Dörfern in ganz Japan angeboten werden.

Viele der Kommunalverwaltungen beschränken den Versicherungsschutz auf ältere Menschen, die von Familienangehörigen für ein Programm registriert wurden, bei dem Regierungsbeamte regelmäßig kontrollieren, um sicherzustellen, dass diese Menschen, wenn sie das Haus verlassen, schnell wiedergefunden werden.

Yamato führte als erste Stadt in Japan eine Versicherung für an Demenz erkrankte Menschen ein

Die Stadt Yamato in der Präfektur Kanagawa hat im November 2017 als erste Kommunalverwaltung, ein solches Versicherungsprogramm eingeführt. Im Geschäftsjahr 2018 folgten fünf weitere Kommunalverwaltungen und die Zahl stieg im folgenden Jahr weiter an.

Die Stadtverwaltung von Kobe hat rund 300 Millionen Yen durch die Erhöhung von Steuern vorgesehen, um Demenzkranken verschiedene Unterstützungsmaßnahmen zu bieten.

Kobe startete ab April ein kombiniertes Versicherungs- und Kondolenzgeldprogramm, bei dem Geld direkt von der Stadtverwaltung an diejenigen ausgezahlt wird, die aufgrund eines Vorfalls von einer älteren Person mit Demenz Schaden erlitten haben.

Bis August hatten 2.893 Senioren oder deren Familienangehörige eine Deckung im Rahmen des Programms beantragt.

Der ausgezahlte Betrag reicht von ungefähr 9.700 Yen bis ungefähr 138.600 Yen.

Neben den Kommunen richten sich die japanischen Versicherungsgesellschaften auf an Demenz erkrankte Menschen ein.

Die Versicherung Sompo Japan Nipponkoa Himawari Life Inurance Inc. kündigte zum Beispiel Versicherungen für Menschen an, die frühe Anzeichen von Demenz zeigen. Versicherte erhalten bis zu 250.000 Yen (ca. 1.976 Euro) monatlich, wenn Anzeichen der Krankheit diagnostiziert wurden.

Wegen Schadensersatzforderungen nach Zugunfall großes Interesse an Versicherungen

Das Interesse an solchen Programmen wurde durch einen Fall im Jahr 2007 geweckt, in dem die Central Japan Railway Co. (JR Tokai) Hinterbliebene eines 91-jährigen mit Demenz verklagte, der von einem Zug überrollt wurde, nachdem er auf die Gleise gegangen war.

Das Unternehmen hatte eine Entschädigung in Höhe von 7,2 Millionen Yen für die durch den Unfall resultierende Betriebsstörung gefordert.

MA

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