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HomeNachrichten aus JapanKomponist der Olympischen Spiele entschuldigt sich für Mobbing

Organisationskomitee erwägt keinen Rücktritt

Komponist der Olympischen Spiele entschuldigt sich für Mobbing

Am Donnerstag brach eine Welle der Empörung aus, nachdem bekannt wurde, dass der leitende Komponist der Paralympischen und Olympischen Spiele jahrelang Mitschüler mobbte. Er entschuldigte sich nun bei der Öffentlichkeit.

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Cornelius, der mit richtigen Namen Keigo Oyamada heißt, entschuldigte sich für seine Aussagen in der Vergangenheit. In einen Tweet schrieb er am Freitag, dass er sich zu seinen Kommentaren zu dem Mobbing entschuldigt. Während seiner Schulzeit hatte er von Grundschule bis Highschool Mitschüler mit Behinderungen gemobbt.

Mobbing-Aussagen in alten Interviews schockierten

Oyamada entschuldigt sich dabei bei jedem, der durch seine Aussagen Unbehagen und Misstrauen fühlte. Er erklärte, dass er lang Schuldgefühle hatte, aber aus Selbsterhaltung nicht in der Lage war das damalige angemessen zu erklären und sich zu entschuldigen.

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In den 90er hatte er seine Taten in zwei verschiedenen Magazin-Interviews zugegeben und die schockierenden Details der körperlichen und psychischen Misshandlungen beschrieben. Ebenfalls sprach er davon, wie er sich über Behinderte lustig machte.

Okyamada erklärte damals, dass sich als Schüler nicht als Mobber sah und erst später sich seiner Handlungen bewusst wurde. Gleichzeitig lachte er aber auch über seine Idee, das Interview als eine Art Entschuldigung zu nutzen.

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Aufgrund der Interviews gab es online große Proteste, als am 14. Juli bekannt geben wurde, dass er als Komponist an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele beteiligt ist. Seine Kommentare würde nicht zu den Werten der Spiele passen und es sei eine Schande, dass er an dem Event beteiligt ist.

Organisationskomitee verteidigt den Komponisten

Das Organisationskomitee veröffentlichte am 16. Juli auch eine eigene Erklärung. Sie bezeichnen die Kommentare nur als „sehr unangemessen“. Gleichzeitig betonen sie, dass Oyamada sich von Herzen entschuldigt und angedeutet hat, dass er seinen Posten behalten will.

„Er ist jetzt ein Künstler mit einem hohen Sinn für Ethik, während er sich an seinen kreativen Aktivitäten beteiligt. Wir hoffen, dass er sich weiterhin auf die Veranstaltung in einer Woche vorbereitet“, schrieb das Komitee.

Bei der Bevölkerung stieß die Erklärung auf Unverständnis. Es seit trotz der Entschuldigung eine unangebrachte Entscheidung. Viel bleibt den Organisatoren aber nicht übrig, denn so kurzfristig würden sie vermutlich keinen Ersatz für den Komponisten finden.

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