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Kosten und Nutzen fraglich

Kontaktverfolgungs-App für die Olympischen Spiele in Tokyo löst Bedenken aus

Um die Olympischen Spiele in Tokyo trotz der Pandemie stattfinden zu lassen, wurde eine Kontaktverfolgungs-App für ausländische Besucher entwickelt. Allerdings löst die App immer mehr Kritik aus.

Fünf Monate vor den Spielen ist die App noch nicht fertig und die Kosten für die Entwicklung steigen immer weiter.

Kontaktverfolgungs-App für Besucher der Olympischen Spiele verpflichtend

Japan muss bis Ende des Frühjahrs entscheiden, ob und wie viele Zuschauer an den Austragungsorten der Olympischen Spiele zugelassen werden. Auch muss entschieden werden, ob Fans aus dem Ausland zu den Spielen einreisen dürfen, dafür soll die App als Möglichkeit der Seuchenbekämpfung dienen.

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Die App wird mit dem elektronischen Visum-System des Außenministeriums und dem HER-SYS des Gesundheitsministeriums verbunden. So sollen Informationen infizierter Menschen rasch ausgetauscht werden und die Kontaktverfolgung vereinfacht werden.

Für Besucher der Olympischen Spiele in Tokyo ist die App verpflichten, Menschen ohne Smartphone werden nicht zugelassen. Im Gegenzug werden allerdings alle Besucher von der 14-tägigen Quarantäne befreit und dürfen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Die Regierung hatte den Auftrag für die Entwicklung der Kontaktverfolgens-App an ein Unternehmen gegeben, also lange bevor die Entscheidung eigentlich gefallen ist. Die Entwicklung hat ein Volumen von 7,3 Milliarden Yen.

Die Kritik ist daher groß, denn immer mehr Menschen in Japan befürchten, dass die Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt Geldverschwendung ist, sollten Besucher aus dem Ausland nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen dürfen.

Auch von Seiten der Opposition gibt es Kritik. „Es wurde zu früh entschieden. Es muss Flexibilität bei politischen Maßnahmen geben, einschließlich der Möglichkeit, Alternativen zu haben“, so Kanako Otsuji von der oppositionelle Constitutional Democratic Party of Japan.

Keinen Nutzen abseits der Spiele

Japans Premierminister Yoshihide Suga gab zu, dass er die genauen Zahlen für die Entwicklung der App nicht kenne, als Otsuji ihn während einer Sitzung des Haushaltsausschusses des Repräsentantenhauses am Mittwoch fragte, ob der Aufwand möglicherweise zu einer großen Verschwendung werde.

Außerdem sagte Suga, dass er keinen Nutzen für die App abseits der Spiele sehe.

Das Chaos um die Kontaktverfolgens-App reiht sich zum Chaos mit der offiziellen Corona-Warn-App COCOA ein, die bereits mehrfach Fehler aufwies.

Zuletzt wurde bekannt, dass die Kontaktverfolgung bei Android-Usern bereits seit September nicht mehr funktioniert, kurz darauf wurde ein ähnliches Problem bei iOS-Nutzern gemeldet.

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