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Ausstellung findet weiter statt

Kontroverse Kunstausstellung muss nach Protesten den Standort in Tokyo wechseln

Vor wenigen Tagen wurde angekündigt, dass die kontroverse Kunstausstellung „After ‚Freedom of Expression?'“ in Tokyo eine Neuauflage erhalten soll. Nun muss sich die Ausstellung jedoch noch vor dem Start einen neuen Standort suchen, da es zu Protesten gekommen ist.

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Die Organisatoren der neuen Ausstellung gaben am Freitag bekannt, dass das Event nicht in der Galerie Session House Garden im Shinjuku-Bezirk von Tokyo stattfinden wird. Das Organisationskomiteemitglied Yuka Okamoto erklärte während einer Pressekonferenz, dass sie bereits am Tag der Ankündigung der Kunstausstellung mit Protesten konfrontiert wurden.

Kunstausstellung soll weiterhin stattfinden

Ab dem 3. Juni erhielten sie Telefonanrufe und E-Mails, welche eine Absage forderten. Die Lage spitzte sich am 6. Juni zu, als 26 Personen mit ihren Autos vor der Galerie auftauchten und laut gegen die Ausstellung protestierten. Es wurde dabei geschrien, dass die Galerie nicht den Ort zur Verfügung stellen soll und sie fordern eine Absage, der angeblichen „Anti-Japanischen“ Ausstellung.

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Aufgrund des Krachs meldeten Anwohner den Vorfall der Polizei, was weitere Probleme verursachte. Die Eigentümer der Galerie baten daraufhin die Organisatoren darum, dass sie das Angebot wieder zurückziehen dürfen.

Da sich das Komitee und auch die Künstler der Situation bewusst waren, stimmten sie zu und suchen nun einen neuen Ort. Ein neuer Standort wurde allerdings bisher nicht bestätigt. Es wird jedoch versichert, dass die Ausstellung weiterhin stattfinden wird.

Proteste wurden bereits erwartet

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Viele hatten bereits erwartet, dass die Kunstausstellung solche Reaktionen verursacht. Sie war ursprünglich 2019 Teil des Aichi Triennale. Mit verschiedenen Installationen und Werken kritisierte sie Japans Umgang mit der Kunstfreiheit und dem Thema Zensur, wobei oft auf die militante Vergangenheit des Landes angespielt wurde.

Für besonders große Empörung sorgte jedoch eine Trostfrauen-Statue, die ein Symbol für die überwiegend koreanischen Frauen und Mädchen ist, die als Zwangsprostituierte während des Zweiten Weltkriegs durch japanische Soldaten missbraucht wurden. Japan leugnet bis heute teilweise das Kriegsverbrechen und streitet sich weiterhin mit Südkorea um Entschädigungen.

2019 war die Statue deswegen Auslöser für zahlreiche Drohungen, die dazu führten, dass die Kunstausstellung aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen und erst Wochen später unter strengen Auflagen für wenige Tage für einige Personen wiedereröffnet wurde.

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