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Krankenhaus in Japan lässt anonyme Geburten zu

Das Jikei Krankenhaus in Kumamoto, das bereits eine Babyklappe eingeführt hat, lässt nun auch anonyme Geburten zu.

Das neue Programm ist ein Versuch des Krankenhauses, das Recht der Kinder sicherzustellen, zu wissen, wer ihre leibliche Mutter ist, sollten sie das später einmal wünschen.

Anonyme Geburten sollen Menschenleben retten

Das Krankenhaus entschied sich dazu, anonyme Geburten zuzulassen, da viele Neugeborene in Japan, von Müttern, die ungewollt schwanger geworden sind, verlassen oder sogar getötet werden.

Das Programm wurde 2014 in Deutschland gestartet. Grundsätzlich hat ein Kind ab dem 16. Lebensjahr, dass anonym geboren wurde, das Recht, zu erfahren, wer seine Mutter ist.

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Um die schwangere Frau auch während der Schwangerschaft zu entlasten, werden die Kosten für die Schwangerschaftsvorsorge und für die Entbindung vom Staat übernommen.

Krankenhaus will risikoreiche heimliche Geburten verhindern

Takeshi Hasuda, der stellvertretende Direktor des Krankenhauses, sagte auf einer Pressekonferenz am 7. Dezember, dass Jikeis Initiative darauf abzielt, Frauen daran zu hindern, zu Hause oder im Auto heimlich zu gebären, was ein enormes Risiko für Mutter und Neugeborenes darstellt.

„Unser Krankenhaus hat beschlossen, das anonyme Geburtssystem einzuführen, da wir glauben, dass keine großen Fortschritte bei der Verabschiedung eines Gesetzes zu verzeichnen sind, das das System erlaubt, es sei denn, es gibt eine festgelegte Aufzeichnung vertraulicher Geburtsfälle.“

Das Krankenhaus kündigte bereits 2017 an, dass es überlegt, anonyme Geburten einzuführen.

Seitdem hat es die japanische Regierung und regionale Behörden um Zusammenarbeit gebeten, aber aufgrund von Problemen, wie z. B. der Eintragung des Familienregisters und der Adoptionsverfahren, wurden nur kaum Fortschritte erzielt.

Laut Hasuda wird das Krankenhaus zunächst ein Beratungsgespräch mit einer schwangeren Frau vereinbaren, die im Rahmen des vertraulichen Geburtsprogramms anonym im Krankenhaus gebären möchte.

Auch lebenslange Anonymität ist möglich

Die Krankenhausbeamten werden mit der Frau darüber reden, ihre Identität preiszugeben. Wenn sie das nicht möchte, werden die beiden Seiten entscheiden, wie viele Jahre später den Beamten die Informationen mitgeteilt werden kann.

Die Frau muss jedoch dem Leiter der Neugeborenenberatungsstelle im Krankenhaus ihren Namen mitteilen und kann sich einer vorgeburtlichen Untersuchung unterziehen und unter einem Pseudonym gebären.

Das Krankenhaus finanziert die Kosten für ihre Geburt und bewahrt eine Kopie ihres Personalausweises auf. Das Kind wird zur Adoption freigegeben.

Wenn das Kind ein bestimmtes Alter erreicht und mehr über seine leibliche Mutter erfahren möchte, wird die Kopie des Personalausweises ausgehändigt.

Eine Frau kann allerdings auch darauf bestehen, dass das Kind ihren Namen nicht erfährt.

Das Jikei-Krankenhaus führte im Mai 2007 eine Babyklappe namens Konotori no Yurikago (Wiege der Störche) ein, in der bis März 2019 144 Säuglinge von ihren Müttern abgegeben wurden.

AS

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