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Tausende Bäume sind bereits erkrankt

Krankheit bedroht Bäume am UNESCO-Weltnaturerbe in Tohoku

Japan ist ein Land, das viele Regionen mit einer einzigartigen Natur besitzt. Ein Gebiet ist jedoch aktuell von einer unaufhaltsamen Krankheit bedroht. Etwas zerstört die Bäume in der Nähe des UNESCO-Weltnaturerbes in Tohoku.

Eigentlich sind die Bäume an der Grenze der Präfektur von Aomori und Akita für ihr wunderschönes Herbstlaub bekannt. Aktuell leiden sie jedoch unter einer Krankheit, die Blätter zerstört und sie rostig rot und welk werden lässt. Mittlerweile wurden zwischen Juli 2018 und Juni 2019 2.409 Bäume befallen. Zuvor waren es zwischen 2016 und 2017 nur 85 Bäume in Fukaura.

Pilz verursacht das Absterben

Die Symptome deuten darauf hin, dass Ambrosiakäfer an der Krankheit schuld sind. Sie tragen einen Schimmelpilz mit dem Namen Raffaelea quercivora mit sich. Während die Käfer für die Bäume keine Gefahr sind, befällt sie der Pilz. Er dringt in die Stämme von Laubbäumen, wie Eiche, Chrysolepis, immergrüne Eiche und andere Eichenarten ein. Dort blockiert er die Wasserzufuhr, sodass die Bäume langsam vertrocknen und absterben.

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Das größte Problem daran ist, dass es bis jetzt keine wirksamen vorbeugende Maßnahmen gegen den Pilz gibt. Die einzige Möglichkeit, um die Krankheit einzudämmen, ist die Fällung der Bäume oder die Begasung. Das hört sich jedoch einfacher an als es eigentlich ist. Jeder Baum muss einzeln behandelt werden, was schwierig ist, da sie tief im Wald sind oder an Hängen stehen.

Demnach ist es fast unmöglich, die Krankheit auf lange Zeit einzudämmen. Aus diesem Grund steigt die Sorge, dass der Pilz bald die Bäume des Weltnaturerbes am Shirakami-Gebirge erreichen. Das besondere Ökosystem steht seit 1993 unter Schutz. Es würde dabei der Region nicht nur visuell einen massiven Schaden zufügen, sondern ebenfalls den Tieren.

Tiere suchen bei den Menschen Nahrung

Ritsuko Hamada von einer gemeinnützigen Organisation, die sich um die Natur in Shirakami kümmert, erklärt das größere Problem. Die Eicheln der japanischen Eiche sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bären und Mäuse. Auf Dauer könnte der Pilz so das komplette Ökosystem durcheinander bringen und massiv schädigen.

Bereits jetzt flüchten schon Mäuse aus Hunger in andere Gebiete, da sie keine Nahrung mehr im Wald finden. Der Farmer Masa Abo aus dem Omagoshi-Distrikt in Fukaura berichtete, dass die Tiere seine Süßkartoffelpflanzen anfressen. Sie kommen allgemein in bewohnte Gebiete, um nach Nahrung zu suchen. Der Pilz könnte demnach ebenfalls ein Problem für die lokale Landwirtschaft werden.

TAS

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