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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & Recht90 Prozent der Opfer von sexueller Belästigung in Fukuoka melden sich nicht...

Von Scham bis Hilflosigkeit

90 Prozent der Opfer von sexueller Belästigung in Fukuoka melden sich nicht bei der Polizei

AS: Sexuelle Belästigung ist in Japan leider weitverbreitet, laut einer Umfrage der Bahnpolizei in der Präfektur Fukuoka bringen 90 Prozent der Frauen, die Opfer von Belästigung geworden sind, diese jedoch nicht zur Anzeige.

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Auf die Frage, wieso die Frauen keine Anzeige erstatten, gab die Hälfte der Befragten an, dass sie ihre Gefühle als Opfer unterdrücken. Das deutet darauf hin, dass die meisten Frauen stillschweigend leiden müssen, da sexuelle Belästigung oftmals als nicht erwähnenswerte Tat in Japan angesehen wird.

Auch Vorfälle wie der Ausschluss einer Frau aus der Stadtversammlung von Kusatsu, die einen Vorfall meldete, sorgen dafür, dass kaum ein Opfer rechtliche Schritte ergreift.

Viele Opfer sexueller Belästigung sind Studentinnen oder Schülerinnen

Die Umfrage wurde zwischen Februar und März online durchgeführt, die Mehrheit der Teilnehmer lebt in der Präfektur Fukuoka und etwa 70 Prozent sind Schüler und Studenten. Insgesamt gaben 35,1 Prozent der Frauen an, in der Vergangenheit bereits sexuell belästigt worden zu sein, davon 60 Prozent, dass sie mehrmals belästigt wurden. Über 60 Prozent der Vorfälle ereigneten sich in Zügen.

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Auf die Frage, wie die Opfer reagiert haben, gaben 26,6 Prozent an, dass sie es einfach hingenommen haben, 24 Prozent gaben an, dass sie zu viel Angst hatten, sich zu wehren und 20,8 Prozent gaben an, dass sie woanders hingegangen sind.

Insgesamt 70 Prozent der Frauen gaben an, dass sie nicht in der Lage waren, sich gegen den Täter zu wehren und nur 2,1 Prozent gaben an, den Täter zur Rede gestellt zu haben.

Eigenes Umfeld nimmt Belästigung auf die leichte Schulter

Von den 90 Prozent der Opfer von sexueller Belästigung, die angaben, dass sie den Vorfall nicht bei der Polizei gemeldet haben, gaben 16,4 Prozent an, dass sie keine große Sache daraus machen wollten. 9,5 Prozent antworteten, dass es ihnen peinlich war und 8,3 Prozent gaben an, dass sie kein Aufsehen erregen wollten. Auf die Frage, was das eigene Umfeld für eine Meinung über sexuelle Belästigung hat, gaben 39,2 Prozent der Frauen an, dass ihr Umfeld so etwas abtut und auf die leichte Schulter nimmt.

Das Ergebnis der Umfrage wird demnächst auf der offiziellen Webseite der Präfekturpolizei veröffentlicht und als Hilfe genutzt werden, um Maßnahmen gegen Belästigung auszuarbeiten. „Wir bemühen uns, gegen Vorfälle vorzugehen, deshalb möchten wir, dass die Leute den Mut haben, mit uns zu sprechen“, so Takanori Sakemi, der stellvertretende Leiter der Bahnpolizei.

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