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HomeNewsKriminalität & RechtAsche des Aum-Sektenführers geht endgültig an seine zweite Tochter

Zweite Tochter bekommt Asche

Asche des Aum-Sektenführers geht endgültig an seine zweite Tochter

Seit der Hinrichtung des Anführers der Aum Shinrikyo Sekte wird rechtlich darüber gestritten, wer die sterblichen Überreste erhalten soll. Japans Supreme Court hat nun eine endgültige Entscheidung getroffen.

Das Gericht lehnte am Montag die Berufung der vierten Tochter von Shoko Asahara ab. Sie hatte beantragt, dass sie die Asche von ihrem Vater erhält. Der Supreme Court entschied, dass die zweite Tochter die sterblichen Überreste überreicht bekommt.

Asche des Sektenführers sollte nicht in die falschen Hände gelangen

Die Besitzfrage der Asche beschäftigt Japans Justiz seit Jahren. Bisher wurde sie im Tokyo Detention House aufbewahrt, um die Übergabe zu klären. Die größte Sorge war dabei, dass die Überreste des Sektenführers jemanden in die Hände fallen, der sie zur Huldigung nutzen will.

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Unter anderem hatten Mitglieder der Sekte Aleph, dem Nachfolger von Aum Shinrikyo, versucht, Anspruch auf die Asche zu erheben. Am Ende zogen die zweite und die vierte Tochter vor Gericht. Die vierte Tochter hat offiziell mit der Sekte gebrochen und wollte die Asche im Meer verstreuen. Dazu wurde sie angeblich vom Vater als die Person genannt, welche die sterblichen Überreste bekommen soll.

Witwe und andere Kinder erhoben auch Anspruch

Das Justizministerium erwog deswegen, ihr die Überreste zuerst zuzusprechen. Die Frau von Asahara und die anderen Kinder beantragten aber selbst die Übergabe, was zum Rechtsstreit führte. Ihr Argument war, dass der Sektenführer nicht mehr in der Lage war, kurz vor seinem Tod eine Person zu nennen, die seine Asche bekommt.

Trotzdem entschied das Familiengericht letztes Jahr, dass die Urne an die zweite Tochter gehen wird. Auch der Tokyo High Court entschied so, weswegen es eine erneute Berufung der Witwe, der vierten Tochter und dem zweiten Sohn gab.

2018 wurde Asahara zusammen mit sechs weiteren Sektenmitgliedern hingerichtet. Sie waren zusammen für einen Sarin-Anschlag in der Tokyo U-Bahn 1995 verantwortlich, der sieben Menschen tötete und zahlreiche weitere verletzte. Einige Mitglieder waren zusätzlich noch an weiteren Anschlägen der Sekte beteiligt.

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